Frankfurt/Oder (kel). Erstmals wurde die „kurze Nacht der Frankfurter Museen“ mit Posaunenmusik vom Turm der St. Marienkirche aus eröffnet.

Es wäre ein besonderes Erlebnis hier oben zu spielen, sagt Trompeter Uwe Gerlach. Er musiziert schon seit über sechs Jahren im Posaunenchor und hat noch nie auf dem über 50 Meter hohen Turm gespielt. „Hier kann man bei schönem Wetter Frankfurts Umland und Stadtzentrum genießen“, schwärmt der Musiker. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint.
„Das Sommerwetter haben wir extra für heute bestellt“, sagt lachend Sabine Wenzke, Leiterin der Kulturbetriebe und Hauptmanagerin der Veranstaltungen. In diesem Jahr beteiligten sich die Teams in sechs Frankfurter Einrichtungen zwischen 17 und 23 Uhr an der Kulturnacht. Über hundert Besucherinnen und Besucher zogen von der Marienkirche rüber zum Kleist-Museum, weiter zur Stadtbibliothek, zwischendurch zur Barockbühne ins Kleist Forum, dann zum Museum Viadrina und abschließend zum Museum Junge Kunst.
Dort konnten die Ausstellungen „Herz Haus Messer Kreuz“ und Kristina Schuldts Malerei und Grafik bis gegen Mitternacht besichtigt werden - alles ohne Eintrittsgeld. Besonders groß war der Andrang im Kleist-Museum. Der Veranstaltungsraum konnte die vielen Gäste kaum fassen. Einige mussten sich das Gespräch über den Bildhauer Werner Stötzer stehend anhören. Sohn Karl Hagen Stötzer stellte sein Buch über den verstorbenen Vater vor. In der zweiten Reihe verfolgt interessiert eine Besucherin aus Berlin die Veranstaltung. „Ich hätte nicht gedacht, dass es in Frankfurt solch ein tolles Kulturleben gibt“, sagt sie. Im nächsten Jahr will sie auf jeden Fall wieder zur Kulturnacht kommen.