Ostbrandenburg (eb/geh). Der Opferverein „DDR-Kindergefängnis Bad Freienwalde” fordert die Entfristung des Rehabilitierungsgesetzes.

Der Vorsitzende des Brandenburger Opfervereins „DDR-Kindergefängnis Bad Freienwalde“, Roland Herrmann dankte vergangene Woche in Potsdam der ehemaligen Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe für die jahrelange Unterstützung anlässlich der Amtseinweihung der Nachfolgerin Maria Nooke im Brandenburger Landtag.
„Es stehen weiterhin große Aufgaben an. Es ist eine Schande für die Bundesrepublik Deutschland, dass 27 Jahre nach dem Fall der Mauer immer noch viele Betroffene um eine Rehabilitierung kämpfen müssen“, sagte Herrmann in Potsdam. Vor Maria Nooke stünden große Aufgaben: „Egal, welche Farbe die neue Bundesregierung nach der Bundestagswahl haben wird, die Verlängerung des Rehabilitationsgesetz muss kommen. Alles andere wäre eines Rechtstaates unwürdig“, so Herrmann. Nach geltender Rechtslage soll es nach 2019 keine Entschädigung für das erlittene Unrecht zu DDR-Zeiten mehr geben.
Bis Ende 1987 befand sich in Bad Freienwalde in einem ehemaligen preußischen Gefängnis ein Heim für Kinder und Jugendliche, in dem die Insassen unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Außenkontakt und größtenteils deutlich längere Zeit, als selbst zu DDR-Zeiten rechtlich zulässig, weggeschlossen waren. Die ehemaligen Insassen gründeten den Verein im Jahr 2012, um ihre Interessen durchsetzen zu können.