Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Früher - als Kind - hats mich vor diesem Datum stets gegraut. In der Schule war dann immer kollektives Basteln für unsere Mütter angesagt. Das habe ich gehasst. Erstens: Weil es mir keinen Spaß gemacht hat. Und zweitens: Weil ich auch schon mit sieben Jahren realistisch genug war zu wissen, dass meine Mama den Kram eigentlich gar nicht braucht. Das hätte sie natürlich nie zugegeben. Im Gegenteil. Sie vermittelte mir immer das Gefühl, dass was Selbstgemachtes das ultimative Geschenk ist. Gott sei Dank bin ich jetzt groß und muss nicht mehr mit Schere und Farbe ans Werk. Heutzutage lade ich sie ab und zu mal auf einen Kaffee oder zum Essen ein. Oder ich bringe ihr an manchen Samstagen Blumen vorbei. Zugegeben: Meistens ist das dann der Fall, wenn ich ihre Geduld und vor allem ihre Nerven einen Tick überstrapaziert habe. Zum Beispiel, weil sie sich wiedermal um unsere schutzige Wäsche gekümmert hat. Oder weil sie sehr liebevoll und intensiv und viel zu lange für unsere Kinder sorgte, damit ich während eines Abendtermins an irgendeinem leckeren Buffet stehen darf, um mir den Bauch vollzuschlagen und auch mein Mann ungehindert seiner Arbeit nachgehen kann. Ich glaube, in diesem Jahr werde ich ihr mal auf ganz andere Art meinen Respekt und meine Anerkennung zollen. Ich werde sie einfach in Ruhe lassen und ihr die Zeit für ein entspannendes Bad und ein Gläschen Wein auf dem Sofa geben. Darüber freut sie sich bestimmt. Und bevor ich losgehe werde ich meine Mama in den Arm nehmen und sagen: „Mutti, ich hab dich ganz doll lieb”.