Neuzelle (hn). Auf vollen Touren laufen inzwischen die Vorbereitungen für die diesjährige Ausgabe der „Oper Oder-Spree“.

Auf dem Plan steht „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die es gleich in zwei Varianten geben wird - einmal für die Bühne und ein kleine mobile Zwei-Personen-Version für die Kleinen. Das Kinderbuch „Die Zauberflöte“ von Till Sailer mit Illustrationen von Gertrud Zucker lieferte die Vorlage für diese Inszenierung, die von Lisa Ziehm und Carlo Wilfart besetzt wird. Spielorte werden auch in diesem Jahr die traditionellen Orte Neuzelle, Beeskow und Ragower Mühle sein, wobei letztere unter dem Namen „Oper in der Scheune“ immer wieder ein Geheimtipp ist.
„Wir haben nicht nur drei sehr gut etablierte Spielorte, sondern auch drei sehr starke und wichtige Geldgeber, ohne die das gesamte Projekt nicht realisierbar wäre“, erklärte Tilman Schladebach von der Stiftung Stift Neuzelle. Diese sind das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Landkreis Oder-Spree und die Sparkasse Oder-Spree, die seit der ersten Operninszenierung im Jahr 1991 zuverlässiger Partner ist. Weitere Unternehmen und auch die Besucher tragen zur Finanzierung der Opernproduktion bei.
Veit Kalinke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, überbrachte gleich zwei Botschaften: sein Institut würde nicht nur die große Inszenierung mit 15.500 Euro unterstützen, sondern auch für die kleine Oper 2.500 Euro bereit stellen. Er persönlich freue sich, nun schon zum fünften Mal dabei zu sein. Die Resonanz aus den Reihen des Publikums und die Entwicklung der Oper Oder-Spree wäre eine einzigartige Erfolgsgeschichte, die jegliche Förderung verdient. Kalinke zeigte sich erstaunt und erfreut über die großen künstlerischen Leistungen der jungen Sängerinnen und Sänger, er sei auch gespannt, wie die Realisierung der „Kleinen Zauberflöte“ gelingen wird und wünschte allen viel Erfolg.
Lars Franke, der bereits zwei Opern in Neuzelle inszenierte, übernahm nun die Umsetzung des Projekts der „Kleinen Zauberflöte“. Ihm komme es darauf an, Kinder an die Oper heran zu führen und die Oper in den ländlichen Raum hinaus zu tragen. Dafür eigne sich „Die Zauberflöte“ als Märchenstoff sehr gut. Als Spielorte sind Musikschulen vorgesehen.
Geertje Boeden, eine junge Regisseurin, ist für die Inszenierung der „Großen Zauberflöte“ verantwortlich. „Wir wollen nicht die großen Theater und Opernhäuser kopieren, sondern Akzente setzen für das Musiktheater“, erklärte Schladebach dazu. „Und wir brauchen auch kein Nachspielen von Stadttheater, sondern gehen wie im vorigen Jahr ein Wagnis ein.“ Es sei immer ein besonderes Risiko, einen so bekannten Stoff zu bearbeiten, bestätigte die Regisseurin mit Blick darauf, dass diese Inszenierung mit elf Sängerinnen und Sängern auskommen muss, ohne einen Chor. Im Stück wird die Gegenwart, wo jeder glaubt, er habe Recht, reflektiert. Die Manipulation der jungen Generation erfolgt von den Guten und den Bösen und es sei schwierig, zu erkennen, was gut und was böse ist. Das soll der Zuschauer dann selbst erfahren.