Eisenhüttenstadt (hn). Veit Kalinke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oder-Spree übergab in Eisenhüttenstadt eine Spende in Höhe von 55.000 Euro an die Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Landkreis Oder-Spree.

Geschäftsführer Armin Busch empfing Kalinke, Landrat Rolf Lindemann sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO-Schuldnerberatungsstellen im Landkreis Oder-Spree zur Übergabe. „Die Schuldnerberatungsstellen sind eine wichtige Einrichtung und ich freue mich, dass dies in dieser Form gewürdigt wird”, sagte Busch mit Verweis darauf, dass damit die weitere Arbeit dieser für die Bevölkerung wichtigen Einrichtung garantiert werden kann. Ein entscheidendes Ergebnis dieser Tätigkeit sei, dass sich die Zahl der Privatinsolvenzen in der Vergangenheit fast halbiert hat. Dass für viele ein großer Anreiz besteht, sich in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase „etwas zu leisten”, ist hinlänglich bekannt. Allerdings wird oft vergessen, dass sich bei wieder steigendem Zinsniveau wieder alles ändern kann. Obwohl die Sparkasse Oder-Spree ihre Vergaberichtlinien für Kredite nicht geändert hat, wird nun doch mehr Wert auf eine intensivere Kundenberatung gelegt, um die Gefahr von Rückzahlungsproblemen, die bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung schnell auftreten können, zu minimieren.
„Wir werden auch in Zukunft machen, was wir vertreten können”, versprach Veit Kalinke. „Deshalb freuen wir uns auch, dass Ihre Zahlen nach unten gehen.” Die Sparkasse Oder-Spree unterstütze die Schuldnerberatungsstellen gern, nicht nur, weil es im Sparkassengesetz verankert ist, sondern um den unterschiedlichsten sozialen Schichten zu helfen.
Auf die Ernsthaftigkeit des Themas wies Rolf Lindemann hin. Finanzieller Stress, verbunden mit existenziellen Ängsten, habe diverse Folgewirkungen wie Gesundheitsgefahren. Deshalb sei es gut, sich gemeinschaftlich darum zu bemühen, Probleme soweit zu glätten, wie es möglich ist. Der Landrat erklärte, das Hauptproblem der Verschuldung sei die Arbeitslosigkeit, wobei sich der Arbeitsmarkt gut entwickelt habe. Bei Einführung von Hartz IV habe es im Landkreis Oder-Spree rund 16.000 Bedarfsgemeinschaften gegeben, nun seien es nur noch etwa die Hälfte. Diesen Erfolg schreibt Lindemann der guten Entwicklung der Konjunktur zu, die zu Arbeit und florierenden Unternehmen führte.
„Für uns wird weiterhin die Anfälligkeit der Jugend für die schnellen Angebote ein Problem sein”, so Lindemann. Diese seien so „kostengünstig, dass man einfach zugreifen muss”. Handyverträge und Einkäufe bei Versandhäusern bilden dabei Schwerpunkte. Und wer über das Internet einkauft, könne schnell den Überblick über Risiken und offene Zahlungsverpflichtungen verlieren. Rolf Lindemann dankte der Sparkasse Oder-Spree, dass sie sich auch dieser sozialen Aufgabe widmet, wobei der Spendenscheck eigentlich von jenen kommen sollte, die maßgeblich daran mitarbeiten, die Konsumorgien immer auf dem Höchststand zu halten.
Statistisch gesehen sind meistens Jugendliche und Männer verschuldet. Oftmals, weil sie ihre Situation ignorieren und Schuldnerberatungsstellen zu spät aufsuchen. Diesbezüglich gab es einen Appell an diese Gruppen, rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor der Schuldenberg immer weiter wächst.