Frankfurt/Oder (geh). Die beiden Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in der Stadt konnten sich vorige Woche über 10.000 Euro von der Sparkasse Oder-Spree freuen.

Die Schecks wurden an Silvia und Joachim Krauß von der Frankfurter Arbeitsloseninitiative sowie an Reiner Hempe und Renate Bauer von der Wichern Diakonie überreicht. Obwohl die Übergabe für alle ein Grund zur Freude war, gab es auch mahnende Worte.
„Die Zahl der Beratungen im ersten Quartal 2018 entspricht der des zweiten Halbjahres 2017”, informierte Reiner Hempe besorgt. „Wenn das ein Trend ist, wissen wir gar nicht, wie wir die Arbeit bewältigen sollen”. Die Schuldnerberatungstellen in Frankfurt (Oder) werden aus drei Quellen finanziert. Es gibt Geld von der Stadt, vom Landesamt für Soziales und Versorgung und von der Sparkasse Oder-Spree. Die Höhe der Zuwendungen von Stadt und Landesamt richtet sich maßgeblich nach den Fallzahlen, die der Sparkasse Oder-Spree nach deren wirtschaftlicher Lage. Somit steht die Finanzierung der Schuldnerberatungen Jahr für Jahr auf wackligen Beinen.
Dabei haben die Frankfurter noch Glück. Das Land Brandenburg hat den Sparkassen den gesetzlichen Auftrag gegeben, die Schuldnerberatungen zu unterstützen. Form und Höhe ist nicht geregelt.
Harald Schmidt, Vorstandsmitglied der Sparkasse Oder-Spree stellte bei der Gelegenheit wiederholt heraus, dass bisher nur die Sparkassen zur Mitfinanzierung der Schuldnerberatungsstellen ihren Beitrag leisten, obwohl diese nachweislich nicht für die hohen Verschuldungsgrade von Haushalten verantwortlich seien. „Ungeachtet dessen kommen wir unserer Aufgabe gern nach”, betonte Schmidt.
Frankfurts Beigeordneter Jens-Marcel Ullrich dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Er wisse, dass die Schuldnerberatungen neben ihren eigentlichen Aufgaben auch Sozialarbeit leisten, weil es den zumeist alleinerziehenden Hilfesuchenden oft an sozialer Kompetenz fehle. Gehe es nach Ullrich, fließen die städtischen Zuwendungen weiter. Dabei setzt er auf die Wahlversprechen des neuen Frankfurter Oberbürgermeisters René Wilke.