Frankfurt/Oder (eb/geh). Die Stadtwerke haben mit den Planungen für eine zukunftssichere und umweltfreundliche Versorgung begonnen.

Eine umfassende Erneuerung der Anlagentechnik zur Versorgung der Oderstadt mit Fernwärme und Strom beschäftigt die Stadtwerker schon seit dem Jahr 2015. Zahlreiche Varianten, wie die Versorgung sicher, wirtschaftlich und dazu noch umweltverträglich gestaltet werden kann, wurden dabei intensiv betrachtet.
Wesentliche Prämissen für die Stadtwerke Frankfurt (Oder) sind die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, die Flexibilisierung der Stromerzeugung und eine zukunftsfähige und bedarfsgerechte Bereitstellung von Wärme. Um diese Ziele zu erreichen, soll das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zur maximalen Ausnutzung der eingesetzten Energieträger weiterhin genutzt werden. Darüber hinaus ist zusätzlich ein Wärmespeicher geplant.
Die Gesellschafterversammlung beauftragte am 23. März 2018 mit Empfehlung des Aufsichtsrates die Geschäftsführung, mit der Anschaffung von fünf BHKW-Motoren und einem Heizwassererzeuger sowie den damit verbundenen Maßnahmen. Voraussetzung für die Umsetzung der geplanten Investitionen war ein Vorbescheid des BAFA.
„Mit Eingang des Förderbescheides des BAFA am 2. Juli 2018 ist die Förderung nach dem KWK-Gesetz gesichert und die Stadtwerke begannen damit die umfangreichen und anspruchsvollen Vorarbeiten für die Umsetzung unseres Projektes, das wir bis zum Jahr 2022 abschließen wollen“, so Jörg Neuhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Frankfurt (Oder). In unmittelbarer Nähe zum Heizkraftwerk wird die Gasmotorenanlage, bestehend aus fünf  BHKW-Motoren und einem Heizwassererzeuger, errichtet. Derzeit laufen für die ersten mit der 60 Millionen Euro-Investition verbundenen Maßnahmen europaweite Ausschreibungen. Damit handelt es sich um die größten Investitionsvorhaben der Stadtwerke der letzten zwanzig Jahre. Der Baubeginn für den Wärmespeicher ist im Frühjahr 2019 geplant. Die Inbetriebnahme des 25 Meter hohen Speichers ist für Herbst 2019 avisiert.
Der drucklose Wärmespeicher mit einem Volumen von 10.000 Kubikmetern kann die im Frankfurter Fernwärmenetz benötigte Wärme für einen Zeitraum von drei bis vier Tagen aufnehmen. Das ermöglicht den Stadtwerken eine flexible Fahrweise der Anlage, um zum Beispiel auf Entwicklungen an den Strombörsen schnell reagieren zu können.
Im II. Quartal 2019 wird mit dem Bau der Gasmotorenanlage begonnen, wie Antje Bodsch, Pressesprecherin der Stadtwerke vorige Woche mitteilte. Die Anlage werde nach Fertigstellung eine Leistung von insgesamt 50 Megawatt haben.
Das Gebäude des Heizkraftwerkes bleibt bestehen. Die darin befindliche Gasturbine ist in der Bauphase weiter in Betrieb. Alle nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten nicht mehr benötigten technischen Anlagen werden dann stillgelegt. „Für die zukünftige Nutzung des Kesselhauses in unserem Heizkraftwerk sehen wir einige Möglichkeiten für die Installation kleinerer ökologischer Erzeugungsanlagen“, so Jörg Neuhaus. „Auch die zukünftige Erweiterung unseres Erzeugungsparks mit einer Power-to-Heat-Anlage ist eine Option, die wir bereits bei unseren technischen Planungen als Option berücksichtigt haben“, blickt der Stadtwerke-Geschäftsführer voraus.
Während der fast dreijährigen Bauphase wird es zu keinen Einschränkungen der Versorgung mit Strom und Fernwärme kommen. Über den Fortschritt der Bauarbeiten können sich interessierte Frankfurter auf der Homepage der Stadtwerke www.stadtwerke-ffo.de informieren. Hier wird in Kürze ein Bautagebuch mit Bildern und Hintergrundinformationen online gestellt.
Die Frankfurter Stadtwerke versorgen derzeit im Netzgebiet  der Oderstadt zirka 50.000 Haushalte und gewerbliche Kunden mit Strom und etwa 23.000 Haushalte  und Unternehmen mit Fernwärme.