Frankfurt/Oder (gla). Die Linke lud zum Neujahrsempfang im Kleist Forum ein.

Parteimitglieder, Bürgerinnen und Bürger nahmen die Einladung an. „Ganz besonders möchte ich begrüßen den Oberbürgermeister unserer Partei René Wilke“, sagte der Kreisvorsitzende der Partei Jan Augustyniak. Mit der gewonnenen Oberbürgermeisterwahl 2018 habe die Linke neue Maßstäbe für Stadt und Land gesetzt. Wichtig sei es nun, gleichwertige Lebensbedingungen für Jung und Alt in Frankfurt (Oder) zu schaffen.
Während seiner Rede ging Augustyniak auf die Europawahl in diesem Jahr ein. „Die Europäische Union ist nicht so, wie wir sie wollen“, so der Frankfurter Parteichef. „Wir wollen und wir brauchen einen Neustart der europäischen Idee.“ Augustyniak warnte vor „Trumpschen Verhältnissen“ und rechten Populisten, wobei er unter anderen Alexander Gauland und Wilko Möller nannte.
Die Linke Fraktionsvorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Sandra Seifert sprach von den bevorstehenden Kommunalwahlen. Zur Unterstützung des Oberbürgermeisters sei ein starke linke Kraft im Stadtparlament notwendig. Noch sei die Kinderarmut nicht beseitigt, „alle verkrusteten Strukturen nicht aufgebrochen“, nicht alle Probleme gelöst. „Unser Weg ist der konstruktive Diskus mit den Menschen“, erklärte Seifert. „Im Verständnis für das Andere und das Fremde, das Ungewohnte schaffen wir es, Frankfurt (Oder) besser zu machen.“
Auch Wolfgang Neumann, der als Direktkandidat für den Landtag antritt, brachte seine Freude über die gewonnene Oberbürgermeisterwahl zum Ausdruck: „Dass es nun ein Linker ist, macht uns stolz.“ Seitdem sei der Umgang unter den Stadtverordneten und der zwischen Stadt und Land besser geworden, behauptete Neumann. Dennoch werde sich seine Partei immer Kritik stellen, „aber bitte sachgerecht und hilfreich“.
„Es beginnt gerade die Zeit, wo wir anfangen, die Früchte zu ernten“, sagte Neumann und erinnerte daran, dass er sich mit Ernte auskenne. Nach eigenen Angaben habe der Obstbauer seit 1980 ungefähr 60.000 Bäume gepflanzt. „Ich bin, so darf ich wohl sagen, in Frankfurt (Oder) sehr gut verwurzelt“, setzte Neumann die Agrarvergleiche fort. Im brandenburgischen Landtag möchte er „der Stadt ein Nützling sein“. Er werde sich in Potsdam dafür einsetzen, dass strukturschwache Regionen nicht abgehängt werden. Überall müsse es gleichwertige Lebensverhältnisse geben. Wie Jan Augustyniak warnte auch Wolfgang Neumann vor einer politischen Kraft, deren Vorstellungen und Ansätze „ein gewaltiges Zerstörungspotenzial“ hätten. Im Gegensatz zu René Wilke, der sich bei Abstimmungen über die Kreisgebietsreform enthielt, fordert Wolfgang Neumann keine weiteren Experimente mit Reformen.