Neuhardenberg (eb/daf). In einem Entenmastbetrieb in Neuhardenberg ist der H5N8-Virus aufgetaucht. Hierzu äußerte sich Jan Sommer, Agrarexperte und bündnisgrüner Direktkandidat.

In einem Entenmastbetrieb bei Neuhardenberg ist das als Geflügelpest bekannte H5N8-Virus aufgetaucht. Alle 27.000 Tiere wurden daraufhin am Standort getötet und beseitigt. Ähnlich wie bei den Fällen in Alt Zauche (45.000 getötete Tiere) und Kyritz (11.000 getötete Tiere) ist unklar, wie sich die Tiere trotz der von der Landesregierung verhängten landesweiten Stallpflicht mit dem Virus anstecken konnten. Vom Landkreis wurde ein drei Kilometer großer Sperrkreis um den Entenmastbetrieb eingerichtet. Dieser gilt für 21 Tage. Während dieser Zeit dürfen keine Tiere aus dem Sperrkreis transportiert werden. Im Sperrkreis befinden sich weitere Geflügelmastbetriebe mit mehr als 150.000 Tieren.
Dazu sagt Jan Sommer, Agrarexperte und bündnisgrüner Direktkandidat für Wahlkreis 59 für die Bundestagswahl: „Die aktuellen Vorfälle führen uns drastisch die Schattenseiten der Massentierhaltung vor Augen. Wir müssen diese Vorfälle dringend aufklären und sie zum Anlass nehmen, die Praxis und Bedingungen der Tierhaltung in Brandenburg zu hinterfragen. Der aktuelle Fall in Neuhardenberg verdeutlicht wieder einmal die Folgen der Massentierhaltung. Die Gefahren für Tiere und Menschen sind in diesem massenhaften Tierproduktionsprozess nicht mehr abschätzbar und kontrollierbar“.
Außerdem schlägt der Agrarexperte vor, die Konzentration auf den Ursprung des Viruses zu legen und nicht nur auf die bloße Verbreitung. Sommer dazu: „Es ist dringend notwendig, nach den Quellen der Viren in der Geflügelwirtschaft zu suchen und nicht ausschließlich auf die Verbreitung des Virus durch ziehende Wildvögel hinzuweisen“.
Weiter hält Jan Sommer die Errichtung weiterer Mastanlagen für absurd: „Die Errichtung zweier weiterer Hähnchenmastanlagen in Sachsendorf und Golzow, in denen mehr als 180.000 Tiere gemästet werden sollen, erscheint vor dem Hintergrund der nun in Neuhardenberg ausgebrochenen Vogelgrippe absurd“.
Dabei spricht sich der Agrarexperte für eine Agrarwende aus: „Wir benötigen nicht noch mehr Tiermastbetriebe, sondern endlich eine Agrarwende und eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung, denn sie ist nicht zukunftsfähig“.
Zudem sorgt sich Jan Sommer auch um die Lebensqualität des Menschen und die Wirtschaft: „Die starke Konzentration von Tieren in den Mastbetrieben sowie die Tierhaltungsbedingungen machen die Tiere überaus anfällig für Krankheiten und Viren. Die industrielle Tierproduktion erzeugt nicht nur billigste Massenprodukte, sondern sie schadet auch der Lebensqualität der Menschen und der Wirtschaft in unseren ländlichen Räumen“.
Zum Schluss erklärte er das Ziel der Bündnisgrünen, die sich „eine moderne, bäuerliche Landwirtschaft mit regionalen Kreisläufen als Alternative zur industriellen Tier- und Fleischproduktion wünschen.