Eisenhüttenstadt (hn). Zu einem Vortrag über eine Reise nach Vietnam hatte das Team vom Eisenhüttenstädter Friedenshaus eingeladen.

Dr. Jörg Mernitz bereiste dieses interessante, aber wenig bekannte fernöstliche Land im September 2015 von Nord nach Süd und sammelte dabei spannende Eindrücke in dem Land, dessen Menschen noch mehr als 40 Jahre nach dem Ende des Vietnamkriegs unter den Folgen des Gifteinsatzes zu leiden haben. Mit daraus resultierenden körperlichen und geistigen Behinderungen oder der Anfälligkeit für Krankheiten müssen Millionen Vietnamesinnen und Vietnamesen nun schon in zweiter oder dritter Generation leben.
Mechthild Tschierschky, Leiterin des Friedenshauses bedauerte,  dass dieses Land völlig aus dem Focus der Berichterstattung verschwand.
„Das Erste, was man bei der Ankunft mitbekommt, sind die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit”, so Mernitz. „Sofort klebt die Kleidung am Körper, da gibt es kein Entrinnen. Und die Klimaanlage im Hotelzimmer hat in erster Linie Krach gemacht.” Die Architektur der Städte sei neben Traditionellem sehr durch französische Einflüsse geprägt, die Menschen wirkten ausgesprochen freundlich. Viele sprechen deutsch, dank ihrer Ausbildung in der ehemaligen DDR, wie Mernitz vermutet.
„Nach dem Gewinnen des Krieges hat es gedauert, bis man auch vom Gewinnen des Friedens reden konnte”, berichtete Mernitz über den lang andauernden Prozess der wirtschaftlichen Stabilisierung. Als Vorbild dafür diene China. Zwei bis drei Reisernten im Jahr sicherten die Eigenversorgung mit Lebensmitteln.
Mernitz dokumentierte seine Reiseerinnerungen mit vielen Bildern, so dass die Gäste des Vortrages mit einzigartigen Eindrücken versehen nach Hause gehen konnten.