Frankfurt/Oder (kel). „Ich bin immer meinen eigenen Weg gegangen“, sagte Dr. Wolfgang de Bruyn.

Im Rahmen der Reihe „My Life“ berichtete er in der Stadtbibliothek über sein Leben. Wolfgang de Bruyn wurde 1951 in Berlin als Sohn des Schriftstellers Günter de Bruyn geboren. Nach der Schule begann er eine Gärtnerlehre. Die verlief so erfolgreich, dass er in Leipzig bei der Landesspartakiade zum „Besten Gärtnerlehrling der DDR“ gekürt wurde. Es folgten Monate der Leidenszeit. De Bruyn wurde zur Nationalen Volksarmee eingezogen. Er sollte mit einer Hundestaffel die Grenze bewachen. Seine Psyche spielte nicht mit. Nach einem Klinikaufenthalt begann ein „langer und mühseliger“ Weg zurück in die Zivilisation. Im Buch „Sonnenhof“ schrieb er darüber. De Bruyn studierte an der Humboldt-Universität Anglistik und Germanistik. Nach dem Studium arbeitete er am Institut für Sprachintensivausbildung. Parallel studierte er am Literaturinstitut in Leipzig. Er schloss es mit dem Doktortitel ab. Für die Dissertation über amerikanische Literatur besuchte er häufig die amerikanische Botschaft in Ostberlin. Seine Besuche wurden von der Stasi registriert und führten zur Entlassung. Als Freischaffender war er „nicht mehr gefährlich“ und durfte regelmäßig nach Westberlin fahren.
Die deutsch-deutsche Wende kam. Auf der Suche nach einem festen Job bewarb sich de Bruyn bei der Verwaltung des Landkreises Beeskow. Er wurde Amtsleiter für Kultur und Denkmalpflege und trug zur Erhaltung von Beeskows historischer Altbausubstanz bei. Als die Bürokratie überhand nahm, interessierte sich de Bruyn für den Chefposten des Kleist-Museums. Er wurde genommen und leitet seit fast sechs Jahren erfolgreich Frankfurts Highlight.