Ostbrandenburg (eb/geh). Im Land Brandenburg werden zukünftig ehrenamtliche Biberberater die Arbeit der Naturschutzbehörden unterstützen.

Nach Ausbildung durch das Land und erfolgreicher Prüfung können nun dreißig mit einem Sachkundenachweis ausgestattete Biberberater durch die Unteren Naturschutzbehörden offiziell für ihr Aufgabengebiet bestellt werden. Sie sollen als direkte Ansprechpartner mit Betroffenen Lösungsvorschläge bei von Bibern verursachten Konfliktfällen entwickeln. Grundlage ist die Brandenburgische Biberverordnung. Eine weitere Aufgabe ist, zusätzliche Daten über die geschützte Tierart zu gewinnen, insbesondere durch Kartierung und Erfassung der Population.
Die ehrenamtlich tätigen Berater erhalten dafür eine jährliche Aufwandsentschädigung von bis zu 400 Euro, die den Landkreisen beziehungsweise den kreisfreien Städten vom Brandenburgischen Umweltministerium erstattet wird. Landesweit meldeten sich nach einem Aufruf Ende vergangenen Jahres 38 Interessierte für eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Biberberater an. Ihnen wurden in dem vom Umweltministerium und vom Landesamt für Umwelt konzipierten Kursprogramm neben Grundlagen der Biologie und Ökologie des Bibers und des Biber-Monitorings auch die allgemeinen und speziellen Rechtsgrundlagen sowie praktische Tipps für das Arbeiten vor Ort vermittelt. Die Teilnehmenden konnten nach erfolgreicher Abschlussprüfung den Sachkundenachweis erhalten.
Der noch zu Wendezeiten fast ausgerottete Biber hat sich im Land inzwischen wieder stark vermehrt, so dass auch das Bundesamt für Naturschutz für die kontinentale biografische Region, zu der Brandenburg gehört, wieder einen günstigen Erhaltungszustand feststellen konnte. Was zum einen ein Beleg für erfolgreiche Naturschutzarbeit sei, die mit der Rückgewinnung naturnaher Lebensräume am Wasser einhergeht, sei aus der Sicht mancher Anwohner, Landnutzer und Landeigentümer zunehmend zum Problem geworden, so Dr. Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Landes-Umweltministeriums. Die Behörde habe deshalb 2015 ein sieben Punkte umfassendes Bibermanagement entwickelt, das neben der Biberverordnung unter anderem auch die Etablierung eines landesweiten Netzes ehrenamtlicher Berater vorsieht.
Nähere Informationen zu den Biberberatern erhalten Interessierte in den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise beziehungsweise kreisfreien Städte.