Frankfurt/Oder (gla). Die ersten zwölf Familienbegleiter können nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Qualifikation ab Juli 2016 Familien mit schwerstkranken Kindern und Jugendlichen begleiten.

Die Übergabe der Zertifikate an die ehrenamtlichen Familienbegleiter war gleichzeitig der Startschuss für die praktische Arbeit des Ambulanten Kinderhospizdiensts NORA. Zu Beginn der feierlichen Veranstaltung im Klinikum Markendorf erklärte Regionalvorstand Karl-Christoph von Stünzner-Karbe den Ursprung des Begriffs „Ehrenamt“. Demzufolge arbeiteten Bürger des alten Roms, die Sklaven besaßen, nicht für ihren Lebensunterhalt. Wenn sie dennoch arbeiteten, dann war es um Ehre und Ansehen zu ernten. Im Christentum hatte das Ehrenamt ebenfalls größere Bedeutung. Auch dort konnten Menschen durch Almosen und andere Wohltätigkeiten Ehre und Achtung bekommen und sogar Ritter werden, zum Beispiel im Johanniterorden. „Leider sind wir nicht mehr in Rom. Auch die Zeiten, dass Europa christlich war, sind vorbei“, sagte Karl-Christoph von Stünzner-Karbe, der selbst ehrenamtlicher Vorstand ist. Später verlor der Begriff seine eigentliche Bedeutung und geriet in Misskredit. Zurzeit haben zwar siebzig Prozent der Bevölkerung ein Ehrenamt, aber es werden immer weniger.
Passend zum Thema zitierte Karl-Christoph von Stünzner-Karbe Theodor Fontanes Gedicht: „Es kann die Ehre dieser Welt dir keine Ehre geben, was dich in Wahrheit hebt und hält, muss in dir selber leben.“
Nach der Eröffnungsrede hielt Pfarrer Mathias Wohlfahrt eine kurze Andacht. Dabei las er die bekannte Stelle aus dem Evangelium nach Markus: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.“ Am Ende der Andacht schenkte der Pfarrer dem Kinderhospiz ein Gebetbuch mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen Gottes Segen bei dieser ganz besonderen Aufgabe.“
Dann trat Eileen Samol, die Koordinatorin des Ambulanten Kinderhospizdiensts nach vorn. Sie stellte ihr Projekt kurz vor und erklärte die Namensgebung. Nora heißt nämlich das erste  vom Kinderhospiz betreute Kind. Inzwischen benutzen die Johanniter diesen Namen auch als Akronym. Dabei steht N für Nähe, O für Optimismus und Offenheit, R für Rückzug und Rückhalt, und A für Aufmerksamkeit. Der Familienbegleiterkurs hatte im September 2015 begonnen. „Wir haben uns mit der eigenen Endlichkeit beschäftigt“, sagte Eileen Samol. Sie informierte über derzeitige und zukünftige Projekte, zum Beispiel die Aktion Kinderwünsche, Geschwisterarbeit und Trauergruppen, Ausflüge mit den Kindern und Familienausflüge. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, zitierte sie Cicely Saunders. Dann überreichte sie den neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen ihre Urkunden.