Lebus (kel). Der Himmel weinte, als 38 sowjetische Soldaten auf der russischen Kriegsgräberstätte in Lebus eingebettet wurden.

Priester Georgi und Erzbischof Feofan segneten die Särge. Es roch nach Weihrauch.  
Gäste aus Politik und Armee waren erschienen. Die Gedenkrede hielt Wladimir Michailowitsch Grinin, Botschafter der Russischen Förderation. Es wäre „immer wieder ein emotionaler Augenblick“, sich an die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gefallenen Rotarmisten zu erinnern. Allein in Lebus sind rund 5.000 eingebettet. Viele wurden gerade mal 18 Jahre alt und fielen nur wenige Tage vor Kriegsende. Grinin lobte die Erinnerungskultur in Brandenburg, die maßgeblich zur Versöhnung beitrage. Die neu gestaltete Gedenkstätte in Lebus sei ein gutes Beispiel. Bäume wurden angepflanzt, Wege erneuert, Sichtachsen wieder hergestellt, Gräberflächen erweitert, das Rondell gestrichen und Wände für das Anbringen von Tafeln aufgestellt. „Insgesamt wurden 300.000 Euro investiert“, so Amtsdirektor Heiko Friedemann. 250.000 Euro kamen aus dem Landeshaushalt und 50.000 Euro von der Kriegsgräberfürsorge.
Ihr Landesvorsitzender Gunter Fritsch trug in seiner Begrüßungsrede den Leitgedanken des Volksbundes vor: „Versöhnung über den Gräbern ist Arbeit für den Frieden“. Auch Markus Grübel, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung, rief in „unruhigen Zeiten“ zur Versöhnung auf. Deutsche und russische Soldaten hätten dies im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitseinsatzes für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs praktiziert. In Lebus betteten je 12 Bundeswehr- und russische Soldatinnenen und Soldaten 38 gefallene Rotarmisten zur letzten Ruhe. Lebus wäre ein „mahnender Zeigefinger“, das „kostbare Gut“ Frieden zu bewahren, betonte Grübel.