Eisenhüttenstadt (hn). Am vergangenen Samstag hatte Bürgermeister Frank Balzer (r.) Vertreter aus Wirtschaft und Politik zu seinem ersten Neujahrsempfang eingeladen. Als prominente Gäste begrüßte er Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber und Umweltminister Jörg Vogelsänger. In seiner Festrede, die inhaltlich unter dem Wahlkampfversprechen „Mehr Miteinander“ stand, betonte der Bürgermeister, die Förderung der Wirtschaft als Chefsache zu betrachten. Zu den guten Traditionen der Neujahrsempfänge gehört auch die Würdigung des Ehrenamtes. Diesmal wurden Dr. Elke Chesin, Nora Eibeck, Kerstin Kalitzki, Ines Kraske, Elisabeth Kühnke, Vera Rückert, Andrea Sakrenz-Drees, Marianne Suckert und Zsolt Vass (Foto), und in Abwesenheit Lisa-Marie Reichelt für ihr Engagement geehrt. Der Neujahrsempfang wurde von Anna Böhm am Klavier und Cordula Hanns mit Gesang umrahmt.

In seiner Festrede forderte der Bürgermeister alle Unternehmen auf, dafür zu sorgen, dass Eisenhüttenstadt nicht nur ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist, sondern auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu schaffen, um damit den Wegzug von Fachkräften zu verhindern und den Zuzug zu fördern.
Im engen Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung sieht Balzer den Schutz der Umwelt. Die Gründung eines Wirtschaftsbeirates biete gute Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen, bestehende Probleme zu lösen und den Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.
Landesregierung und Landkreis will Frank Balzer mehr in die Pflicht nehmen. „Was nützt es, wenn Eisenhüttenstadt als wirtschaftlicher Leuchtturm im Osten Brandenburgs steht, und niemand kommt hin?“, fragte er und verband dies mit der Forderung, die Verkehrsanbindung, insbesondere hinsichtlich der Bahn zu verbessern und wieder den Halbstundentakt für Züge zwischen der Stadt und Berlin einzuführen. Des Weiteren geht es ihm um die Verbesserung der Lebensbedingungen insbesondere für die älteren Bürger sowie um eine konstruktive Zusammenarbeit in der Stadtverordnetenversammlung.
Albrecht Gerber stellte in seiner Rede fest, dass die Arbeitsmarktbedingungen in Eisenhüttenstadt so gut sind wie schon lange nicht mehr. Es kämen immer mehr Menschen, um hier zu arbeiten. Er betonte die Wichtigkeit des Stahlstandortes, und dies solle trotz aller Herausforderungen für die Stahlindustrie auch so bleiben.
Gerber hob hervor, dass die deutschen Strompreise die höchsten in Europa sind und stellte fest, dass viele Menschen dieses Landes von der Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand ausgeschlossen sind. Er kritisierte unsichere Beschäftigungsverhältnisse und Umgehung des Mindestlohnes, Minijobs und Leiharbeit sowie die Bedrohung durch Armut bei Alleinerziehenden und deren Kindern.
Letztlich versprach Gerber, sich um den Lückenschluss der Bundesstraße 112 zwischen Eisenhüttenstadt und Neuzelle zu kümmern, damit eine durchgängige Verkehrsverbindung zwischen Nord und Süd die Ortsdurchfahrten entlastet.