Eisenhüttenstadt (hn). Bürgermeisterin Dagmar Püschel wurde am 1. Dezember 2016 ins Präsidium des Deutschen Städtetages gewählt.

Nachdem Dagmar Püschel kürzlich von einer Sitzung dieses Gremiums und des ihm unterstellten Hauptausschusses in Osnabrück zurückkehrte, berichtete sie in einem Pressegespräch von dem Treffen. „Bereits unter meinem Vorgänger Rainer Werner wurde Eisenhüttenstadt Mitglied des Deutschen Städtetages”, erklärte die Bürgermeisterin. Seitdem werden dort die Interessen der Stadt, die ähnliche Probleme hat wie viele andere, vertreten. Drei Viertel aller Deutschen leben in Städten und viele Interessen gleichen einander.
Bezüglich der Arbeit des Städte-tages stellt Püschel fest, dass diese sehr konsensbedacht und kommunikativ verläuft und ein gemeinsames Schwerpunktpaket zu lösender Aufgaben erstellt wurde. Zu den Grundthemen gehört diesbezüglich die Sicherheit in den Städten, wobei ein ausgewogener Kompromiss zwischen Sicherheitsinteressen und persönlichen freiheitlichen Belangen der Bürger gefunden werden muss. Entschieden wendet sich der deutsche Städtetag unter anderem gegen das Delegieren von Polizeiaufgaben an die Kommunen. Als Beispiel führte die Bürgermeisterin dabei die Regelung nächtlicher Ruhestörungen an. Zeitlich wäre es sicher kein Problem, Mitarbeiter der Ordnungsämter auch nachts einzusetzen, diese verfügen jedoch über keinerlei Mittel des Selbstschutzes und keinerlei Möglichkeit, Forderungen notfalls mit angemessener Gewalt durchzusetzen. Hier sei der Gesetzgeber in der Pflicht, die Polizei personell und ausrüstungstechnisch in die Lage zu versetzen, die Bürger jederzeit optimal zu schützen.
Ein weiteres gravierendes Problem bestehe darin, dass die Menschen die Politik nicht mehr verstehen und sich Alternativen zuwenden. Werden einerseits Milliardenüberschüsse bei Steuereinnahmen erzielt, wird andererseits an der Sozialschraube gedreht, zu Ungunsten der Bürger. Dies ziehe  die Notwendigkeit einer signifikanten Verbesserung der Kommunikation zwischen Politik und Bürgern nach sich.
Eisenhüttenstadts Bürgermeisterin wünscht sich, dass der Zusammenhalt der Gesellschaft zum Schlüsselthema wird und die Kommunalpolitik die Initiativen der Menschen auf der Grundlage der Realisierungsmöglichkeit fördert und würdigt.