Straßburg (eb/geh). Europäisches Parlament: Über 540 Schüler sowie mehr als 60 Lehrkräfte aus 23 Nationen treffen sich im Plenarsaal des Louise-Weiss-Gebäudes, um am diesjährigen „Euroscola“-Programm teilzunehmen.

Bei diesem Spiel dürfen alle Schüler für einen Tag in die Original-Rollen der echten Abgeordneten des Europäischen Parlamentes schlüpfen, beraten und diskutieren in Ausschüssen über die vorher festgelegten und vorbereiteten Themen und stimmen letztlich in versammelter Runde über die Berichte ab. Dabei sollen die Teilnehmer praktisch erfahren, wie der politische Ablauf im EU-Parlament aussieht, wobei sie selbst aktiv werden, ihre Meinung vertreten und Fragen stellen können.
Auch 23 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrer des Albert-Schweitzer-Gymnasiums beziehungsweise der Gesamtschule 3 aus Eisenhüttenstadt waren dabei.
Wie es dazu kam, berichtet Kim Kutschenbach aus dem Albert-Schweitzer-Gymnasium: „Die Antwort lautet „Three Move - Gemeinsam dreisam etwas bewegen“. So heißt unser schulübergreifendes Projekt zur Integration von Flüchtlingen, mit dessen Planung beide Schulen bereits im Januar 2016 begonnen und dessen erfolgreiche Umsetzung im Mai folgte. Dabei legten Teams, zusammengesetzt aus Schülern beider Schulen und Flüchtlingen, eine Distanz von über 3.700 Kilometern auf dem Rad, zu Fuß und im Wasser zurück und konnten dadurch viel Geld für die Flüchtlingsintegration und für schulinterne Projekte sammeln. Eine tolle Bewerbungsidee, muss sich auch das EU-Parlament gedacht haben, und lud zum „Euroscola“ ein”. Hanna Zeißig und Marcel Bauer präsentierten das Projekt allen internationalen Schülern und Lehrern sowie einigen Ministern im Plenarsaal des Europäischen Parlamentes.
Danach wurde es politisch. Die vorher eingeteilten Gruppen trafen sich in den Sitzungssälen der Ausschüsse und debattierten über europäische Prioritäten wie etwa „nachhaltige Entwicklung“, „Sicherheit & Menschenrechte“ oder „Migration & Integration“. Die Debatten fanden für alle verständlich auf Englisch statt. Zurück im großen Plenarsaal gab es für jeden Bericht zehn Minuten Zeit, dann musste abgestimmt werden. „Dabei wurde klar, dass sich auch die Schüler keinesfalls einig waren und es schwer fiel, geeignete Lösungen zu finden”, so Kim Kutschenbach.
Es folgten die feierliche Preisverleihung, die offizielle Verabschiedung, die Europahymne samt Einmarsch aller Fahnen der Europäischen Union. Kim Kutschenbach: „Dann war er auch schon wieder um, unser Schnupperkurs in eines der großen Uhrwerke europäischer Politik. Es war ein einmaliges Erlebnis und Privileg, abwechslungsreich und anstrengend zugleich”.