Eisenhüttenstadt (hn). Eine rauschende Party vereinte voriges Wochenende Eisenhüttenstädter und Gäste. Das angenehme Wetter - nicht zu warm und nicht zu kalt - unterstützte die Feststimmung. Veranstalter und Gastronomen hatten alle Register gezogen, um dem Publikum eine Vielzahl an Events zu bieten. Seien es die Programme im Hütte-Treff oder auf den Bühnen, alles lief rund und für alle war etwas dabei. Immer wieder anziehend war die Gala der Region, die einheimischen Künstlern die Möglichkeit der Präsentation bot, bevor sie vielleicht den Schritt auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gehen. Aber auch gestandene Künstler, die die Schlager-Party gestalteten, wurden von zahlreichen Zuschauern mit viel Beifall bedacht. Simone Drews und Oliver Mattig aus Frankfurt (Oder) nutzten die Gelegenheit für ein kleines Tänzchen vor der Haupbühne, bevor Pussycat-Imitatorin Toni Willè aus den Niederlanden an ihr großes Vorbild, die Musikgruppe aus den 70er Jahren erinnerte.

Freunde und Familien trafen sich, um gemeinsam zu feiern, Kultur und Gastronomie zu genießen und dabei Neues zu erfahren und zu entdecken. Ein Fest für alle und mit allen, denen am friedlichen Miteinander gelegen ist.
Bereits am Freitag Abend begann der offizielle Teil im Hütte-Treff mit dem Anstich der Bierfässer durch die beiden Neuen - Eisenhüttenstadts Bürgermeister Frank Balzer und seinen Saarlouiser Amtskollegen, Oberbürgermeister Peter Demmer. Die Neuen deshalb, weil beide annähernd zur gleichen Zeit ihr Amt übernommen hatten, und die seit ihrem ersten Treffen Freundschaft verbindet.
Ein Fass Karlsberg-Bier hatte der weit gereiste Gast mitgebracht, ein zweites spendierte Stefan „Reschi” Reschke. Er war es auch, der dafür sorgte, dass die Getränke im Hütte-Treff während der Stadtparty nie ausgingen.
Traditionsgemäß folgte bei Einbruch der Dunkelheit mit etwa halbstündiger Verspätung der Umzug von Vereinen, Feuerwehren aus der Region und Eltern mit ihren mit bunten Lampions ausgestatteten Kindern vom Zentralen Platz zur Hauptbühne in der Beeskower Straße. Frank Balzer gab hier den Start zur Hütte-Party frei. Und nein, liebe Freunde des Orakels, es gab unterwegs keine Probleme, die zur Verzögerung führten, es ging nur später los. Mit den CarMa Chicks starteten die Besucher vor der Hauptbühne dann in die Elektro-Night.
Mit ein paar Tränen des Abschieds begann der Samstag im Hütte-Treff. Dort fanden sich zu früher Stunde viele Mitglieder der Eisenhüttenstädter Feuerwehr ein, um ihren ehemaligen Wehrführer Harald Hahn nach 48 Jahren im Feuerwehrdienst in den verdienten Vor-Ruhestand zu verabschieden. Herzliche Dankesworte für sein Jahrzehnte langes Engagement in den Reihen der Floriansjünger fielen reichlich. Bürgermeister Frank Balzer, Hahns ehemalige Vorgesetzte Martina Harz, Wehrführer Norbert Manteufel und Joachim Emmerling vom Feuerwehrverein würdigten Harald Hahn als einen zuverlässigen und kompetenten Kameraden, der bei allen, teils schweren Aufgaben, nie vergaß, Mensch zu bleiben. „Wir haben in den ganzen Jahren nicht einen Kameraden verloren”, erinnerte sich Hahn. Das sei ganz wichtig und so soll es bleiben.
Treffpunkt vieler Gäste war traditionell auch das Zelt von Arcelor-Mittal, wo es wieder viel Interessantes für die ganze Familie zu entdecken gab. Quiz, 3D-Drucker, Basteln, Physikexperimente und Roboter Max zogen das neugierige Publikum magisch an. Mit großem Interesse verfolgten die Gäste den traditionellen Bericht von Geschäftsführer Pierre Jacobs, der nicht nur einen Einblick in das Betriebsgeschehen gab, sondern auch zu USA-Strafzöllen und dem internationalen Stahlmarkt Stellung bezog. Sehr interessant waren seine Ausführungen zur weiteren Automatisierung im Hinblick auf die Personalpolitik. Er erklärte, Automatisierungsvorhaben würden nicht zum massiven Stellenabbau führen, sondern neue Arbeitsplätze schaffen. Dafür seien hoch qualifizierte Techniker und Ingenieure erforderlich. Ersetzt würden Arbeitsplätze, die eine niedrige Qualifikation erfordern durch künstliche Intelligenz.
Jürgen Peschel, Leiter des Berufsbildungszentrums, nutzte die Gelegenheit, Auszubildende, die einen hervorragenden Abschluss ihrer Lehre erreicht hatten, öffentlich vorzustellen und mit einem Geschenk zu ehren.
Am Samstag Nachmittag luden afghanische und syrische Flüchtlinge in den Hütte-Treff ein. Sie servierten Köstlichkeiten aus ihrer Backstube und Küche, gewürzt mit einem kleinen Kulturprogramm aus Tanz und Gesang. Flüchtlingskinder rezitierten ein deutsches Gedicht und baten mit dem englischen Lied „Give us a Chance” um Aufnahme in die hiesige Gesellschaft.
Darüber hinaus präsentierten Tanzgruppen und Künstler aus Eisenhüttenstadt ein buntes Programm. Vorgestellt wurden unter anderen die Vereinsinitiative Sport und Turner der BSG Stahl, die Axel-Titzki-Stiftung, die Volkssolidarität und der Verein Lebenshilfe. Der über 80-jährige Horst Fischer berichtete über seine 3. Platz im WM Tischtennis-Doppel in Las Vegas. Am Sonntag stand eine Schauvorführung der Feuerwehr auf dem Programm. Dabei wurde demonstriert, wie ein Unfallopfer aus einem PKW geborgen wird.
Annähernd 130.000 Gäste zählten die Veranstalter des Stadtfestes von Freitag bis Sonntag. Eine erfolgreiche Bilanz, auch wenn frühere Gästezahlen nicht erreicht wurden. Als gut gelaufen bilanzierten auch Gesundheits- und Sicherheitsdienste die Veranstaltung. Für sie gab es kaum etwas zu tun.
„Wir haben eine gelungene und schöne Veranstaltung erlebt“, war der Tenor vieler Gäste. „Ich freue mich schon jetzt auf das 20-
Jährige im kommenden Jahr“, sagte Bürgermeister Frank Balzer.