Eisenhüttenstadt (gla). Die Vereine Engagiert für Hütte und die Bürgervereinigung Fürstenberg werden bei der Organisation des diesjährigen Brückenfests und der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr zusammenzuarbeiten.

Das gaben Vertreter der beiden Vereine bei einer Pressekonferenz im Fürstenberger Kunsthof bekannt. Demnach wird die Bürgervereinigung Fürstenberg keinen eigenen Anwärter für das Bürgermeisteramt stellen, sondern die Kandidatur von Tim Gräsing, Vorsitzender von Engagiert für Hütte, unterstützen.
„Durch Parteigezanke sind der Stadt in den letzten Jahren viele Möglichkeiten verloren gegangen“, sagte der parteilose Tim Gräsing, „wir wollen mit Leuten zusammenarbeiten, die sich auch parteilos für die Stadt engagieren.“ Beim Brückenfest vom 19. bis 21. August 2016 will sein Verein unter anderem einen Bus bereitstellen, um Gäste vom und zum Fest zu transportieren.
Auf die Frage, ob er auch mit der CDU zusammenarbeiten würde, die zur nächsten Wahl keinen eigenen Kandidaten stellen will, antwortete Gräsing er wäre dafür offen, sollten die Christdemokraten auf ihn zukommen. Insgesamt sieht er aber mehr Möglichkeiten für die Stahlstadt, wenn Parteipolitik weniger Einfluss in der Stadtverordnetenversammlung hat. Wenn eine Fraktion für etwas ist, ist eine andere sofort dagegen. Als Beispiel nannte er den Versuch der Partei Die Linke, das Stadtfest abzuschaffen.
Auf die Frage, welche Vision sein Verein für die Stadt hat, antwortete Mathias Weiß von Engagiert für Hütte: „Es wird uns nicht gelingen, mit einer Art Revolution Eisenhüttenstadt zu einer Stadt zu machen, wo nur noch junge Leute hinziehen. Stattdessen möchten wir viele kleinere Hebel bewegen.“
Tim Gräsing möchte aus dem Potential im Marketingbereich mehr herausholen, besonders in Bezug auf Rad- und Wassertourismus, welcher viele einheimische Branchen neu beleben könnte. Das Schild an der Autobahn mit der Aufschrift „Planstadt Eisenhüttenstadt“ sei ein guter Anfang. „Man kann mit wenig Budget viel bewegen“, sagte Gräsing. Pläne für eine Brücke über die Oder gäbe es aber nicht.
Zum Problem, dass wenig junge Leute nach Eisenhüttenstadt kommen, sagte Mathias Weiß, der Hauptgrund wären Vorbehalte. „Es heißt es gibt keine Arbeitsplätze, aber das ist nicht gegeben. Besonders handwerkliche Dinge sind gefragt.“
Norbert Brose, Gründungsmitglied der Bürgervereinigung Fürstenberg sagte: „Ich freue mich über jeden, der in Eisenhüttenstadt seine Heimat gefunden hat.“ Er wünscht sich, dass sich Neubürger auch mehr mit den Ortsteilen verbinden. Von der Stadtverwaltung erwarte er eine Verbessung der Infrastruktur für den Radtourismus. Besonders eine Kreuzung an der Berliner Straße sei halsbrecherisch für Radfahrerinnen und Radfahrer.
Er wünscht sich auch 2017 wieder ein Brückenfest in Fürstenberg, befürchtet aber, dass es eine Nummer kleiner wird. Immerhin müssten 30 bis 70 Leute die ganze Woche an den Vorbereitungen arbeiten. Leider fehle der Bürgervereinigung ausreichend Nachwuchs dafür.
Mathias Weiß sagte zum Abschluss, Eisenhüttenstadt sollte sich bemühen, anders wahrgenommen zu werden als nur „Sand, wo ein paar Schornsteine rausgucken“. Dann würden auch wieder mehr junge Menschen in die Stadt kommen beziehungsweise dort bleiben.