Neuzelle (hn). Ergebnisse des Projekts zur gemeinsamen grenzüberschreitenden Vermarktung touristischer Ziele in der deutsch-polnischen Grenzregion wurden im Refektorium des Klosters Neuzelle vorgestellt.

Konkret ging es um Attraktionen in den Ämtern Brieskow-Finkenheerd und Neuzelle sowie der Stadt Eisenhüttenstadt im Landkreis Oder-Spree und den Kreisen Slubice und Krossen auf polnischer Seite. Initiiert und koordiniert wurde das Projekt von den Mitarbeiterinnen des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree (TOSS) mit Sitz in Bad Saarow und dem Landkreis Oder-Spree (LOS).
Ausgangspunkt des von der EU im Rahmen des Programms Interreg 5a geförderten Projekts ist die Tatsache, dass es beiderseits der Oder eine Vielzahl touristisch interessanter Objekte und Veranstaltungen gibt, die dem jeweiligen Nachbarn unbekannt sind. Dies soll sich künftig ändern. Haben alle Partner ihre touristisch relevanten Ziele inzwischen aufgelistet, komme es nun darauf an, dass die Akteure beider Länder funktionierende Strukturen und Netzwerke aufbauen, um in die gemeinsame Vermarktung treten zu können.
Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle, begrüßte die Tagungsteilnehmer und verwies auf die vielfältigen Aktivitäten im 750. Jahr der Gründung des Klosters, lud insbesondere die polnischen Gäste, die zum Teil noch nie in Neuzelle waren, zum Besuch ein. Auf die bereits entwickelten Traditionen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit verwies Michael Buhrke, Beigeordneter des Landrates im LOS. Insbesondere auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes funktioniere vieles sehr gut, die Verkehrsinfrastruktur sei gut entwickelt, und vom nun vorgestellten Projekt erwarte er, dass die Menschen weiter zusammen kommen.
Nach Buhrke berichteten die Landräte von Krossen und Slubice, Miroslaw Glaz und Marcin Jablonski über die Ergebnisse der Arbeit in ihren Zuständigkeitsbereichen. Die touristischen Ziele im LOS wurden von Melina Krahl, Auszubildende im TOSS vorgestellt. Darüber hinaus informierten die polnischen Gäste über Organisationsstrukturen in ihrer Tourismuswirtschaft, die gänzlich anders sind als auf deutscher Seite. Dies stellte auch Ellen Rußig, Geschäftsführerin des TOSS fest. Fungiere ihre Einrichtung als Dachorganisation und Koordinator für die einheimische Tourismusbranche, gebe es eine solche Einheit auf polnischer Seite nicht, was die regional übergreifende Zusammenarbeit erschwere.