Frankfurt/Oder (gla). Am vergangenen Sonntag zog der Ostermarsch durch die Stadt.

Ungefähr achtzig Leute trafen sich vor dem sowjetischen Ehrenmal auf dem Anger. Von dort gingen sie mit Transparenten und Fahnen entlang der Magistrale zum Karl-Ritter-Platz. Die weiteren Stationen waren die Friedenskirche, die Stadtbrücke und die Friedensglocke an der Oderpromenade. An diesen Zwischenstopps riefen Redner zu Abrüstung, einem Atomwaffenverbot, einem Ende der Waffenexporte und zu mehr Gerechtigkeit in der Welt auf. „Seit über 53 Jahren währt nun der Ostermarschprotest“, sagte Reinhard Schülzke vom Friedensnetz Frankfurt (Oder), das zum Ostermarsch aufgerufen hatte. Vor der Flüchtlingsunterkunft am Karl-Ritter-Platz ließ Reinhard Schülzke den Bewohnern ausrichten, dass sie nichts zu befürchten hätten. Etwa siebzig Leute würden dort zurzeit wohnen. Sie seien beim Eintreffen der fahnentragenden Menschenmenge eventuell erschrocken.
Vor der Friedensglocke kritisierte Frank Hühner vom Deutschen Gewerkschaftsbund, dass Milliarden Rubel, Euro, Dollar und Yuan für Waffen statt zur Bekämpfung der Armut ausgegeben würden. Danach meldeten sich zwei Teilnehmer des Ostermarschs spontan zu Wort. Werner Grünwald von der Deutschen Kommunistischen Partei erklärte sein Transparent, das darauf hinwies, dass Paragraph 80 des Strafgesetzbuchs gestrichen wurde. Dadurch wäre die Vorbereitung eines Angriffskriegs nicht mehr strafbar. Diese Gesetzesänderung sei laut Grünwald verfassungswidrig.
Ein weiterer Redner beklagte, dass die Kirchen sich nicht für den Frieden engagieren würden. Reinhard Schülzke, selbst Diakon und Jugendmitarbeiter im Kirchenkreis Oderland-Spree, wies darauf hin, dass das nicht stimme. Mit einem Gebet und dem Läuten der Friedensglocke klang der Ostermarsch aus.