Frankfurt/Oder (gla). 623 neue Studierende beginnen dieses Semester an der Viadrina.

„Aber die Einschreibungen laufen noch“, erinnerte der geschäftsführende Präsident der Europa-Universität Professor Dr. Stephan Kudert zu Beginn einer Pressekonferenz. „Wir gehen davon aus, dass wir 650 bis 700 Neustudierende haben werden.“ Für das Sommersemester sind die Zulassungszahlen gewöhnlich niedriger als für das Wintersemester. Im übrigen wies Kudert darauf hin, dass die Viadrina als einzige Universität im Land Brandenburg eine stabile Studierenenzahl aufweist. Ungefähr 6.000 Menschen gehen an die international angesehene Bildungseinrichtung in Frankfurt.
Die meisten Neuzugänge kommen aus Polen, der Türkei und der Ukraine. Die meisten Austauschstudenten stammen aus der Ukraine, der Türkei und Mexiko. Rund siebzig Prozent der Viadrina-Studenten absolvieren Auslandssemester an einer der 270 Partneruniversitäten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei vierzig Prozent. Frankreich, Spanien und Polen sind die beliebtesten Ziele.
Kudert freut sich über zwei Förderprogramme: Der Axel-Springer-Stiftungslehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration erhält von der deutschen Forschungsgemeinschaft eine Million Euro, um ein digitales Archiv jüdischer Literatur in Berlin von 1933 bis 1945 an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Viadrina aufzubauen. Ein Projekt über Bürgerbeteiligung an erneuerbaren Energien unterstützt die Europäische Union mit zwei Millionen Euro.
Ein Höhepunkt des Semesters ist die öffentliche Ringvorlesung „Gegen die Wand“. Nacheinander beschäftigen sich zehn Literatur- und Kulturwissenschaftler mit der Frage, wie Autorinnen und Künstlerinnen die Wand als Motiv in ihren Werken aufgreifen. Die Vorträge finden immer montags um 14.15 Uhr im Gräfin-Dönhoff-Gebäude statt. Vom 4. bis 6. Mai 2018 lautet das Thema des PianOdra Klavierfests „Russische Weiten“. In Zusammenarbeit mit der Wojewodschaftsbibliothek Gorzow wird am Mittwoch, 16. Mai 2018 im Gräfin-Dönhoff-Gebäude die Ausstellung „Deutsche und Polen pendeln durch die Zeit“ eröffnet. Sie ist bis 4. Juni 2018 zu sehen. Im Herbst möchten deutsche und polnische Studenten unter der Leitung von Professor Dr. Dagmara Jajesniak-Quast und Dr. Ewa Baglajewska nach einer Exkursion von Oberschlesien nach Gdynia einen Reiseführer für Orte an der ehemaligen Grenze von 1918 veröffentlichen.