Frankfurt (Oder).Oberbürgermeister René Wilke wendet sich in einem Grußwort an die Leserschaft.

„Liebe Frankfurterinnen und Frankfurter, Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Ich hoffe, es war für viele von Ihnen ein gutes. Für unsere Stadt Frankfurt (Oder) wage ich das zu behaupten. Seit meiner Wahl zum Oberbürgermeister erfahre ich viel Unterstützung, Bereitschaft zum Mitmachen sowie konstruktive Kritik. Für all das möchte ich mich herzlich bedanken.
Ich habe es immer betont und spüre im Amt, wie es sich täglich bewahrheitet: Nur gemeinsam können wir es schaffen, unsere schöne Stadt weiter voranzubringen, sie lebens- und liebenswerter zu machen. Sie helfen nicht nur, indem Sie sich aktiv einbringen. Auch, wie Sie im Alltag mit Ihren Mitmenschen umgehen, ist entscheidend.
Wir haben jeden Tag die Wahl, ob wir die Welt und unsere Stadt ein bisschen besser oder etwas schlechter machen. Ob Sie nur sich sehen oder auch andere. Ob Sie die Ellenbogen ausfahren oder die Hand reichen. Ob Sie anderen das Leben schwer machen oder ihnen helfen. Ob Sie wegschauen oder hinsehen, wenn etwas schief läuft. Ob Sie Mitgefühl zeigen oder die kalte Schulter. Ob Sie sich einmischen oder es anderen überlassen. Sie allein haben es in der Hand.
Wir erleben eine Zeit, in der Frankfurt (Oder) bundesweit durch Medienberichterstattung positiv gesehen wird. Als weltoffene, tolerante, aufstrebende Stadt, die auf ein gutes und friedliches Zusammenleben achtet. Eine Stadt, die in Partnerschaft, ja Freundschaft mit dem polnischen Slubice die Zukunft gestaltet. Diese neue Sicht auf uns ist Stadtmarketing pur, an dem Sie, liebe Frankfurterinnen und Frankfurter, durch die Art, wie Sie denken, fühlen und reden entscheidenden Anteil haben. Wir alle sind Botschafter unserer Stadt. Einer Stadt, auf die wir stolz sein können und die wir weiter gestalten und voranbringen wollen.
Mit all seinen Ecken und Kanten, seinen Unzulänglichkeiten und Problemen, zugleich aber auch seinem ehrlichen Charme und den vielen Potenzialen ist Frankfurt (Oder) ein besonderer Ort. Und etwas mehr Wertschätzung für den Ort an dem wir hier leben, täte uns bisweilen gut. Deshalb starten wir im kommenden Jahr eine Imagekampagne für unsere Stadt.
In Verwaltung und Politik haben wir viel erreicht in den vergangenen Wochen und Monaten. Die 629 Punkte-Liste mit zu lösenden Themen, Problemen und Vorhaben hat sich bereits deutlich reduziert. Zu tun bleibt aber - das wissen und sehen wir alle - mehr als genug. Deshalb habe ich ein neues Team für die Spitze der Verwaltung aufgestellt. Unterschiedliche Erfahrungen, Expertisen, berufliche Hintergründe, politische Ansichten und Generationen kommen zusammen und stellen das gemeinsame Ziel in den Mittelpunkt. Das ist der Geist, den wir brauchen.
Das Ringen um neue Unternehmensansiedlungen und Erweiterung bestehender Unternehmen am Ort trägt Früchte. Zwei Investitionen sind bereits gelungen. Weitere befinden sich in Vorbereitung. In der unermüdlichen Arbeit zur Verbesserung der Armutsprävention kommen wir gut voran. Der neue Haushalt, erstmals ein Doppelhaushalt, liegt den Stadtverordneten bereits zu Diskussion vor. Neue Schwerpunkte in Familien- und Kinderfreundlichkeit, Sauberkeit und Ordnung, Spielplatzsanierung, Armutsprävention, Reparaturen an Schulen, Kitas, Sportstätten, Gehwegen und Straßen finden sich darin unter anderem wieder. Aber auch der sukzessive Abbau unseres großen Schuldenberges.
Das Projekt Slubicer Straße kommt voran. Wir können demnächst endlich unser Rathaus sanieren und wir sind dabei, das Alte Kino zu kaufen, das als Teil des Landesmuseums in den nächsten Jahren neu erstrahlen soll. Die Zusammenarbeit mit unseren polnischen Nachbarn wird immer besser. Die derzeitige Diskussion über die Fortschreibung des gemeinsamen Handlungsplans zeigt Potenziale und neue Ideen für unsere Doppelstadt auf. Eine gemeinsame Schwimmhalle halte ich zum Beispiel für ein verfolgenswertes Projekt, für das wir einen langen Atem brauchen. Die Liste lässt sich fortsetzen.
All das war eine Teamleistung und nur möglich, weil die gesamte Stadtverwaltung - jeder an seinem Platz - ihren Beitrag geleistet, mitgezogen und daran mitgewirkt hat.
Natürlich lief nicht alles glatt in unserer Arbeit während der vergangenen sechs Monate und wir sind auch noch lange nicht dort, wo wir sein wollen. Aber vieles haben wir angepackt. Und den eingeschlagenen Weg werden wir konsequent weiterverfolgen.
Ein Thema hat besonders viel Aufsehen erregt. Und auch das möchte ich nicht aussparen. Ich bin überzeugt: Wir müssen helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Und: Vielfalt ist eine Bereicherung. Dazu gehört aber auch gegenseitiger Respekt, Neugierde, die Bereitschaft, die eigene Sicht nicht als die einzig mögliche und einzig richtige zu betrachten, das Anerkennen und Aushalten von Unterschieden. Damit kann es funktionieren, wenn wir uns an die Regeln eines friedlichen Miteinanders halten. Früh in meiner Amtszeit hatte ich eine schwere Entscheidung zu treffen. Und zwar, Ausweisungsverfahren gegen geflüchtete Menschen anzustoßen, die hier in erheblichem Maße straffällig geworden sind. Sowohl eine überwältigende Zahl alteingesessener Frankfurterinnen und Frankfurter als auch bei uns lebender Geflüchteter unterstützte diesen Kurs nicht nur, sondern akzeptierte ihn als Beitrag für gelingende Integration, die wir uns von einigen Wenigen nicht kaputt machen lassen wollen. Ich weiß nicht, ob das andernorts auch so mitgetragen worden wäre. Aber ich weiß, dass ich auch aufgrund dieser Besonnenheit, sehr stolz auf die Menschen in unserer Stadt bin.
Für das neue Jahr 2019 wünsche ich Ihnen vor allem Zufriedenheit, Gesundheit und dass vieles gelingt, was Sie sich vorgenommen haben.
Zu guter Letzt, eine herzliche Einladung: Wenn Sie mehr wissen möchten über die zurückliegende und die kommende Zeit, lade ich Sie herzlich ein, am ersten Sonntag im neuen Jahr, dem 6. Januar von 11 bis 14 Uhr am Neujahrsempfang der Stadt im Kleist Forum teilzunehmen. Ich freue mich auf Ihren Besuch und die persönliche Begegnung.”

Ihr René Wilke
Oberbürgermeister
Frankfurt (Oder)