Frankfurt/Oder (geh). Das Frankfurter BürgerBündnis hat sich gegründet, um sich öffentlich für Dr. Martin Wilke als Oberbürgermeister auszusprechen.

Wie dem amtierenden Bürgermeister liegt den Mitgliedern vom Frankfurter BürgerBündnis die Stadt am Herzen. Deshalb wollen die inzwischen über 40 Handwerker und Vertreter aus den verschiedensten Parteien und Gruppierungen Dr. Martin Wilke unterstützen. Auf einer Pressekonferenz stellten sie ihre Ansätze vor: „Auch wenn Dr. Martin Wilke bei einigen Abgeordneten und Verwaltungsmitarbeitern aus verschiedenen Gründen nicht unumstritten ist, so ist er doch die bessere Alternative zum Neuling René Wilke. Martin Wilke ist parteilos, lösungsorientiert und steht in der Mitte der Gesellschaft. Mit Veränderungen in der Rathausspitze sollte er den eingeschlagenen Weg erfolgreich fortsetzen können”, heißt es in einem eigens ausgearbeiteten Papier. Mit Thomas Bleck gehört auch ein CDU-Mann dem Frankfurter BürgerBündnis an. Der frühere Stadtverordnete meint, dass ein linker Oberbürgermeister ein falsches Signal für alle Engagierten, die Unternehmer und auch Investoren ist. Trotzdem will er René Wilke den Erfolg im ersten Wahlgang nicht absprechen. „Er ist wirklich ein guter Verkäufer”, so Bleck. Es sei einfach, „links” und „rechts” zu schreien. „In der Mitte alles zusammenzuhalten, ist viel schwerer.” So denkt auch der frühere Stadtschulrat Hans-Dieter Wachner. „Durch Haushalte zu ziehen, heißt nicht, dass man eine Stadt regieren kann”, spielt Wachner auf die Wohnzimmergespräche an, die René Wilke im Wahlkampf geführt hat. „Ihm fehlt es an menschlicher Reife”, erlaubte sich Wachner als Ältester im Podium der Pressekonferenz einzuschätzen. Martin Wilke sei der Mann, der „die Mittel aufbringen kann, die uns in die Lage versetzen, Fördertöpfe auszuschöpfen”, so Wachner. Denn viele Vorhaben scheitern am Eigenanteil.
Michael Katzke von den Liberal-Konservativen Reformern bezeichnet die Selbstreflexion von René Wilke als gestört, weil dieser im Wahlkampf so tat, als habe der Oberbürgermeister alles Schlechte zu verantworten. Viele der unpopulären Entscheidungen kamen aus der Stadtverordnetenversammlung, in der René Wilke die Fraktion der Linken anführt. Ebenso hat er seit Jahren den Vorsitz vom Stadtentwicklungsausschuss inne und hätte somit schon längst die Chance ergreifen können, die Stadt mitzugestalten. Auch habe er als Landtagsabgeordneter immer wieder Gelder, die Frankfurt (Oder) sowieso zugestanden hätten, als seine Erfolge verkauft.
Das Frankfurter BürgerBündnis spricht René Wilke die Befähigung ab, als Oberbürgermeister eine Verwaltung mit 900 Bediensteten zu leiten und zu lenken, die Dienst- und Fachaufsicht wahrnehmen und täglich Entscheidungen treffen zu können. Die Mitstreiter von Bleck, Wachner und Katzke machen in ihrer schriftlichen Zusammenfassung darauf aufmerksam, dass René Wilke mit seiner Ausbildung nicht einmal als Amtsleiter eingestellt werden dürfte. Sie mahnen: „Unsere Stadt darf nicht zum Experimentierfeld werden”. Vielmehr sollten die Wähler am Sonntag ihre Entscheidung zugunsten von Dr. Martin Wilke treffen. Er biete die Kontinuität, die auch Investoren zu schätzen wissen.
Die Initiative, die vom überparteilichen Frankfurter BürgerBündnis ausgeht, wurde überschattet von der Kritik Renate Bertholds, 1. Vorsitzende vom BürgerBündnis Freier Wähler. Sie ließ über Alena Karaschinski,  Grünen-Sprecherin und Unterstützerin von René Wilke, mitteilen: „Wir haben nach sorgfältiger Abwägung keine Wahlempfehlung ausgesprochen. Unseren bekannten Namen als politische Vereinigung in Frankfurt (Oder) sehen wir missbraucht”.