Frankfurt (Oder) OT Markendorf (gla/geh). Beim Klinikum wurde die Eröffnung eines neuen Gebäudes gefeiert.

„Sie merken, Namensgebung ist nicht unsere Stärke im Gesundheitswesen“, sagte Mirko Papenfuß, Geschäftsführer des Klinikums während seiner Eröffnungsrede. Das neue Gebäude, in dem Palliativstation, Frühgeborenenstation, Schlaflabor und Laborräume untergebracht werden, heißt Haus 1C. Klinikum-Mitarbeiter werden das Gebäude „in den nächsten Tagen und Wochen sukzessive in Betrieb nehmen“, kündigte Papenfuß an.
Es ist der erste fertiggestellte Neubau des geplanten Gesundheits-Campus, der für insgesamt über 60 Millionen Euro bis zum Jahr 2021 entstehen soll. Das sei die Antwort auf sich ändernde Rahmenbedingungen, meint der Geschäftsführer.
Brandenburgs Gesundheitsministerium unterstützt das Klinikum in diesem Jahr mit einer Investitionspauschale in Höhe von rund vier Millionen Euro. Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt sagte bei der Eröffnung: „Mit diesem Neubau ist ein weiterer Meilenstein für die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten in der Region erreicht. Schon heute hat Frankfurt (Oder) ein medizinisches Hochleistungsklinikum. Und es ist gut und richtig, dass an diesem Standort weiter in die Gesundheitsversorgung investiert wird. Und mit über 1.500 Beschäftigten gehört das Klinikum zu den größten Arbeitgebern der Region.“
Frankfurts Baudezernent Markus Derling begrüßte, dass der Neubau als „umfangreichstes Teilvorhaben des gesamten Bauprojekts“ so schnell entstanden war, nur 15 Monate nach dem ersten Spatenstich. Auch er bezeichnete Frankfurt als wichtigen Gesundheitsstandpunkt. Die Stadt sei nach wie vor eng mit dem Klinikum verbunden. Diana Roebelt vom Betriebsrat des Klinikums freute sich, dass der Baulärm bald ein Ende haben würde. „Umso mehr wird man dann die Ruhe schätzen“, sagte sie.
Dr. Dr. Martin Siebert vom Vorstand des Klinikums sprach von einer Zukunftsstrategie des Unternehmens, stationäre und ambulante Versorgung zu vereinen. Als größte Herausforderung betrachte er den digitalen und demographischen Wandel. Das Campuskonzept sei eine innovative und zukunftsfähige Lösung, um die Unterbesetzung von Arztpraxen im ländlichen Raum zu kompensieren. Am 1. Oktober 2017 soll das neue Gebäude offiziell in Betrieb genommen werden. Die Palliativstation, in der Menschen mit unheilbaren Krankheiten betreut werden, ist bereits fertig. Sie verfügt über einen Snoezelraum mit Wasserbett und Entspannungsmusik, einen Aufenthaltsraum mit Sportgeräten, Essbereich mit Küche, eine Spielecke für Kinder, Arztzimmer und Zimmer für Angehörige. Jedes der neun Einbettzimmer für die Patientinnen und Patienten hat einen ebenerdigen Balkon, so dass die Betten nach draußen geschoben werden können und ein Klappbett zur Übernachtung von Angehörigen.
Vom breiten Spektrum des Klinikums in Markendorf konnten sich Interessierte am vorigen Samstag beim Tag der offenen Tür überzeugen. Die verschiedenen Kliniken stellten sich mit ausgetüftelten Aktionen vor. So wurde die dringende Hilfe von Kindern bei einer Magenspiegelung gebraucht. Ein Karton hatte Gummibärchen samt Tüte verschluckt. Davon musste er schnellstens befreit werden. Gäste konnten sich erklären lassen, wie ein Brutkasten funktioniert oder ein Stent gesetzt wird. Im Außenbereich konnte an einer Puppe Herzmassage geübt werden. Sportlich ging es beim Reiten und am Bungee-Trampolin zu. Beides bereitete vor allem Kindern Spaß. Das Segway-Fahren lockte hingegen auch viele Erwachsene an. Der Frankfurter Ingo Pohl beispielweise ließ es sich nicht nehmen, das Gefährt auszuprobieren. Natürlich nicht ohne Helm.