Frankfurt/Oder (gla). Der Maler Manfred Neumann durfte sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

„Die Eintragung in das Goldene Buch der Stadt ist immer etwas herausragendes“, findet Frankfurts Oberbürgermeister René ist Wilke. „Es ist eine besondere Ehre der Stadt. Die wird nur wenigen zuteil.“ Manfred Neumann, 1938 in Ostpreußen geboren, arbeitet seit 1966 als freiberuflicher Künstler. „Er kam in den achtziger Jahren nach Frankfurt (Oder)“, weiß René Wilke. „Seitdem ist er in der Stadt verankert und bekannt.“ Der jetzige Oberbürgermeister stand im Alter von 18 Jahren während eines Kunstkurses Modell für Manfred Neumann. „Es war nicht daran zu denken, dass wir uns auf diese Art und Weise wiedersehen würden“, sagte Wilke bei dem feierlichen Anlass im Rathaus.
Der Vorschlag für die Ehrung des Künstlers kam vom Frankfurter Stadtverordneten Erik Rohrbach. Manfred Neumann beschloss spontan, der Stadt eines seiner Werke zu schenken. „Das ist ein Bildnis - oder eine Adaption von Michael Praetorius“, erklärte der Maler. Praetorius studierte im 16. Jahrhundert an der Universität Viadrina, und arbeitete als Organist in der Marienkirche. Auf die Entscheidung des Oberbürgermeisters, das wertvolle Bild zukünftig in seinem eigenen Büro aufzuhängen, reagierte Neumann sichtlich enttäuscht. Er hatte gehofft, das Portrait des Musikwissenschaftlers und Komponisten an dessen ehemaligem Arbeitsplatz in der Marienkirche zu sehen. 2021 ist der 400. Todestag von Michael Praetorius, der zu Lebzeiten ungefähr 1.700 Stücke komponierte. „Es würde der Stadt guttun, wenn man daran erinnert. Dazu ist dieses Bild ein kleiner Beitrag, wenn es dann auch öffentlich wahrgenommen wird“, sagte Manfred Neumann. „Genau das wäre die Methode, Leute wieder hierher zu bekommen: Wenn man sich um sie bemüht.“ René Wilke lenkte ein und versprach, dieses Ansinnen des Künstlers ernst zu nehmen: „Wir werden ganz sicher einen würdigen Ort dafür finden.“