Frankfurt/Oder (geh). Die Gewinnerin des Kleist-Förderpreises für junge Dramatikerinnen und Dramatiker 2017 wurde vorige Woche bekannt gegeben.

„Mich hat wirklich der Schlag getroffen”, erinnert sich Franziska vom Heede an den 17. Dezember 2016. Damals erhielt sie einen Anruf von Florian Vogel, dem Künstlerischen Leiter des Kleist Forums, der ihr mitteilte, dass sie den Kleist-Förderpreis gewonnen hat.
Die neunköpfige Jury - deren Vorsitz Vogel inne hat - entschied sich mit großer Mehrheit für ihr Stück „Tod für eins achtzig Geld”. Die 25-Jährige hatte das Werk im Sommer 2016 geschrieben, ihren Fokus dabei aber nicht auf den Kleist-Förderpreis gelegt.
Als „kleinen Oscar-Effekt” bezeichnet Vogel die Entscheidung für die Gewinnerin. „Mit Franziska vom Heede haben wir eine Autorin gefunden, die wir alle noch nicht kannten“. Begeistert zeigte sich der Juryvorsitzende während einer Pressekonferenz von der „extrem guten Sprachqualität”, die vom Heede ihrem Stück mitgab.
Mit dem Kleist-Förderpreis ist ein Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro verbunden und die Uraufführung bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Diese Garantie zur Inszenierung habe in der Jury einige Diskussionen ausgelöst. Im Raum stand die Frage, ob das Stück aufführbar ist. Das sei bei diesem Schauspiel nicht ganz einfach, so Vogel. Aber die Arbeit Franziska vom Heedes ragte aus den restlichen 107 Einsendungen heraus.
Franziska vom Heede schreibt in ihrem Stück von vier Leuten zwischen 24 und 30 Jahren, darunter eine junge Frau, die ihren sterbenden Opa aus dem Pflegeheim entführt hat. Für den Mann gibt es dort kein Bett mehr. Nun sitzt er im Einkaufswagen eines Supermarkts und soll Mittel sein, an Geld zu kommen...