Eisenhüttenstadt (hn). So manche Träne rollte aus den Augen der Gäste der Friedenssinfonie im Friedrich-Wolf-Theater. Aus der Stadt Luckau kam diese Aufführung als Geschenk an die Stadt Eisenhüttenstadt als Dank für das Engagement bei der Betreuung von Tausenden Flüchtlingen.

„Ich bin sehr froh, dass Sie hier sind”, wandte sich Bürgermeisterin Dagmar Püschel an die Gäste, „Sie werden es bestimmt nicht bereuen.” Ihr Luckauer Amtskollege Gerald Lehmann erklärte den Hintergrund des Entschlusses, den Eisenhüttenstädterinnen und Eisenhüttenstädtern dieses Geschenk zu machen: Während der Rückfahrt von einer Beratung des Städte- und Gemeindetages vor einem Jahr in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt, in der es darum ging, wie mit den Flüchtlingen zu verfahren sei, wenn sie auf die Kommunen verteilt werden, fragte er sich, wie es denn den Menschen in Eisenhüttenstadt in dieser Situation, unter diesen besonderen Bedingungen gehe.
Es war ein Thema, das bis heute die Nation spaltet und den Eisenhüttenstädterinnen und Eisenhüttenstädtern sollte mal Danke gesagt werden. Danke für das, was sie für Brandenburg leisten und Danke dafür, dass die Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt einen ersten guten Eindruck von Brandenburg bekämen. Einen Verbündeten fand Lehmann sofort beim Leiter des deutsch-polnischen Orchesters „Grenzenlos”, Holger Miersch.
Während einer zehnminütigen Einführung erfuhren die Gäste inhaltliches zu den vier Sätzen, wurden konfrontiert mit einem musikalischen Weg von friedlicher Szenerie auf dem Lande über Darstellungen des alltäglichen Lebens, das im 3. Satz unbemerkt in den Krieg führt, bis im 4. Satz der Friedensgedanke siegt. Es werden Menschenschicksale aus dem zweiten Weltkrieg verlesen, bis zum Schluss Orchester, Eisenhüttenstädter Chöre und Publikum gemeinsam in den Gesang „Dona nobis pacem” einstimmten. Ergriffenheit machte sich im Saal breit. Sie mündete in anhaltendem Beifall und Dankbarkeit für dieses aufrüttelnde Kunsterlebnis.
Vielleicht war dieses Konzert auch der Beginn einer neuen Städtefreundschaft, die Eisenhüttenstadt und Luckau verbindet.