Frankfurt/Oder (gla). Am Weltfriedenstag erinnerten Bürgerinnen und Bürger der Stadt an den Überfall auf Polen.

Mit dem Einmarsch der Wehrmacht begann vor 78 Jahren der Zweite Weltkrieg. Aus diesem Anlass trafen sich über fünfzig Leute am Freitag, 1. September 2017 in der Marienkirche. Das Friedensnetz Frankfurt (Oder), die evangelische Jugend, die Vereine Puerto Alegre und „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“, der Solidaritätsdienst-International Eisenhüttenstadt – Landkreis Oder-Spree, der Stadtverband des Deutschen Gewerkschaftsbunds und der Chor „Lebensfreude“ aus dem Haus der Begegnung hatten dazu aufgerufen.
Zu Beginn der Veranstaltung wies der evangelische Diakon und Vertreter des Friedensnetzes Reinhard Schülzke darauf hin, dass angesichts der Atomwaffentests Nordkoreas, der unberechenbaren Reaktion Donald Trumps darauf, der Lage in Syrien und des Säbelrasselns zwischen Russland und der Nato die Kriegsgefahr keineswegs gebannt sei. „Deshab müssen wir unser Bekenntnis zu Frieden, Demokratie und Freiheit immer wieder erneuern“, mahnte Schülzke.
Zur musikalischen Untermalung des Abends spielte der Cellist Prem Weber Werke von Bach. Die Schriftstellerin Carmen Winter las zum Thema passende Gedichte von Erich Kästner, Wolfgang Borchert, Bertolt Brecht und anderen vor. Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke gedachte der Opfer des Zweiten Weltkriegs und derer, „die sich diesem Wahnsinn entgegengestellt haben“. In Frankfurt, dessen historisches Angesicht durch den Krieg verloren ging, seien die Wunden bis heute zu spüren. Gerade hier sei das Engagement für Verständigung und Stabilität wichtig, denn die Zusammenwirkung der Völker beginne dort, wo sie unmittelbar aufeinander treffen. Nationalismus führe nie zu einer Lösung. „Die Zukunft von Frankfurt kann nur international sein“, sagte Wilke.
Von der Marienkirche führte der Friedensweg zum Oderufer, wo die Friedensglocke geläutet und ein Gebet gesprochen wurde. Dort sang auch der Chor „Lebensfreude“. Anschließend eröffnete Jochen Schmidt, Leiter der Friedensbibliothek und des Antikriegsmuseums Berlin, im Foyer des Marie-Juchacz-Hauses an der Logenstraße 1 die Ausstellung „Erinnerung an die Zukunft - Strahlenopfer von Hiroshima bis heute“. Sie ist bis Freitag, 29. September 2017 zu sehen.