Frankfurt/Oder (eb/geh). Seit Jahren ringen beide Häuser der Stadt- und Regionalbibliothek mit einer schlechten Internetanbindung. Häufige Systemausfälle wegen der schlechten Übertragung störten den Ausleihbetrieb. Benutzer und Mitarbeiter beklagten zu Recht die langsame Internetanbindung an den PC-Arbeitsplätzen und bei Recherchen sowie Störungen, die durch die fehlerhafte Synchronisierung der Daten entstanden sind.

Durch eine individuelle Sonderlösung zur Breitbandanbindung - eine Standleitung - ist die derzeit wirtschaftlich sinnvollste und technologisch bestmöglichste Breitbandversorgung an den Standorten der Bibliothek am Marktplatz und in der Collegienstraße umgesetzt worden. Alle Versuche, zu einer DSL-, Kabel- oder Funk-Lösung zu kommen, scheiterten an der Verfügbarkeit oder den dafür aufzubringenen Finanzen.
Durch eine von Mario Quast, Wirtschaftsreferent der Stadt, organisierte Informationsveranstaltung konnte die Leiterin der Stadt- und Regionalbibliothek, Romy Kunert, Kontakte zu einem ortsansässigen Experten knüpfen und die Problemlage skizzieren.
Für die konzeptionelle und organisatorische Umsetzung bekam ihr Haus Unterstützung sowohl von der Wirtschaftsförderung als auch von Steffen Wiesenbach. Während die Wirtschaftsförderung in der Marktuntersuchung zum digitalen Breitbandausbau die Möglichkeiten für den Standort untersuchte, erarbeitete Experte Wiesenbach einen schnellen und effektiven Umsetzungsplan. Die Möglichkeiten der Provider wurden geprüft und auf schnelle Realisierung gedrängt. Durch den Einsatz des Haustechnikerteams des Kultureigenbetriebes konnten die baulichen Voraussetzungen nun geschaffen werden.
„Es ist für die Frankfurter Bildungs- und Kultureinrichtung ein erster Schritt auf die Datenautobahn und der Einstieg in die Digitalisierung von Prozessen und Aufgaben. Aber weitere werden und müssen folgen, da die derzeitige Lösung nur die Mindestanforderungen für den täglichen Bibliotheksbetrieb und das Betreiben der digitalen Services erfüllt. Auf eine zeitgemäße Breitbandanbindung der Stadt- und Regionalbibliothek kann man in Zukunft nicht verzichten. Immerhin haben wir bereits über 300.000 digitale Titel im Angebot, Tendenz stark steigend“, so Romy Kunert.
Die Frankfurter Wirtschaftsförderung befindet sich gerade in der Ausschreibungsphase im Rahmen des Bundesprogramms. „Bis zum Ende des Jahres 2017 sollen die Verhandlungen mit dem Provider abgeschlossen sein. Für den Ausbau der digitalen Infrastruktur im Fördergebiet stehen insgesamt knapp neun Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus werden kontinuierlich weitere Investitionen durch die Provider ausgelöst. Frankfurt (Oder) wird in den nächsten zwei Jahren die weißen Flecken unterversorgter Gebiete beseitigen. Da spielen Bildungseinrichtungen wie die Stadt- und Regionalbibliothek, Schulen und Gewerbegebiete eine große Rolle“, sagt Frankfurts Wirtschaftsreferent Mario Quast.
Von der künftigen Modernisierung der digitalen Infrastruktur wird das gesamte Stadtgebiet profitieren. Die Bundesregierung strebt eine flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s an. Mario Quast: „Das ist für uns nur ein Zwischenschritt, denn wir brauchen in der Zukunft in jedem Haushalt einen Glasfaseranschluss. Daher haben wir Wert auf eine hohe Anzahl von Glasfaseranschlüssen gelegt“.