Eisenhüttenstadt (hn). Der Löschzug Fürstenberg hatte zum Feuerwachenball geladen.

Zu seinem traditionellen Feuerwachenball hatte der Löschzug Fürstenberg in das Feuerwehrmuseum eingeladen. Neben Angehörigen der Kameraden des Löschzuges waren Delegationen der Saarlouiser und der Groß-Ziethener Partnerfeuerwehren zur Party angereist. „Heute begehen wir auch den 127. Jahrestag der Gründung der Fürstenberger Feuerwehr und das 5jährige Jubiläum des Traditions- und Feuerwehrvereins Fürstenberg (Oder)“, erklärte Löschzugführer Andreas Thierbach (2.v.l.) mit Hinweis auf einen Wermutstropfen, denn die üblichen Auszeichnungen und Beförderungen werden nicht mehr zu diesem Anlass, sondern auf Wunsch des Kreisbrandmeisters in einer zentralen Veranstaltung am 13. Januar im Rathaus vergeben. So fand der Ball nur in einer kleineren gemütlichen Runde statt, in der Hoffnung, dass es im nächsten Jahr wieder aufwärts geht.
Nach  Löschzugführer Andreas Thierbach begrüßte der stellvertretenden Wehrführer Sven Koch die Gäste. „Seit dem letzten Wachenball bis heute haben die Fürstenberger Kameraden 287 Einsätze absolviert, dabei wieder viel Zeit miteinander verbracht, ebenso wie bei der Ausbildung und anderen Aktivitäten“, so Koch, „dafür zollt die Wehrführung ihnen viel Respekt“. Leider sinke bei gleich bleibenden Anforderungen die Verfügbarkeit der Leute, trotzdem soll die Arbeit Spaß machen und alle müssen an einem Strang ziehen. Bezüglich der Einsatzzahlen stellte er fest, dass diese durch das Auslösen der Brandmeldeanlagen in der Ausländerbehörde nach wie vor hoch sind, es aber ansonsten ein normales Einsatzgeschehen mit Hilfe bei Unfällen, Beseitigen von Ölspuren und zwei Wohnungsbränden gab und der Orkan die Kameraden fast 48 Stunden beschäftigte. Über 30 umgestürzte Bäume wurden abgeräumt, um Gefahren zu beseitigen und Verkehrswege frei zu machen.
Joachim Emmerling, der aus Alters- und Gesundheitsgründen seinen Vorsitz im Verein niederlegt, sprach Worte des Abschieds, sparte aber auch mit Kritik nicht. Er nutzte die Gelegenheit, allen zu danken, die den Verein tatkräftig unterstützten und bat die Mitglieder, ihre Kraft einzusetzen, um das Vereinsleben zu aktivieren.
„Ich finde es beschämend, dass die Stadtverwaltung als Aufgabenträger der Feuerwehr heute nicht vertreten ist“, so Emmerling, „auf die Einladung gab es weder eine Rückmeldung, noch eine Absage“. Er kann auch nicht verstehen, dass ein im Mai im Fürstenberger Gerätehaus eingetretener Wasserschaden in Höhe von 20.000 Euro noch immer nicht behoben ist. „Die Stadtverwaltung lässt uns hier verhungern“, so der Vereinsvorsitzende, „und auf Anfragen bekommt man keine Antwort, das ist beschämend, und es bleibt abzuwarten, was der neue Bürgermeister macht“.
Mit Blumensträußen ehrte Andreas Thierbach stellvertretend für andere Burghard Padel für seine Aktivitäten in der Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit und Hannelore Emmerling für die Anfertigung der Tischdekoration.
Bernd Wilski, Vorstandsmitglied im Traditions- und Feuerwehrverein, bedankte sich bei Joachim Emmerling für seine fünfjährige Arbeit als Vorsitzender mit einem Restaurantgutschein, bevor die Saarlouiser das Wort ergriffen. Sie überbrachten Grüße von den zuhause gebliebenen Kameraden und betonten, dass es nicht auf die Größe des Balls, sondern auf die weitere gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit ankommt.
Bevor das Büffet eröffnet wurde, meldete sich Herbert Thiel zu Wort. Seit 61 Jahren ist er Feuerwehrmann in Stalinstadt und Eisenhüttenstadt. Seine ganze Kraft hat er in die Feuerwehr investiert und ist heute sehr froh und stolz darauf, dass alle, die damals als Jugendfeuerwehr angefangen haben, noch dabei sind. 1977 nahm eine DDR-Jugendnationalmannschaft an einem Wettbewerb im Feuerwehrkampfsport in Bulgarien teil, und Eisenhüttenstadt wurde beauftragt, diese Mannschaft hinzuschicken. Zwei von damals sind heute noch Mitglieder der Eisenhüttenstädter Feuerwehr - Andreas Thierbach und Gerd Rademacher. „Besonders stolz bin ich darauf, dass 1990 die Verbindung mit der Feuerwehr von Saarlouis zustande kam und dass auch heute Kameraden von dort bei uns sind“, so Thiel.
Für die weitere Arbeit der Feuerwehr erklärte Sven Koch, demnächst würde ein Einsatzleitwagen für die Gefahrstoffeinheit über den Landkreis Oder-Spree angeschafft, der auch für kommunale Zwecke eingesetzt werden kann. 2018 folgt eine Ersatzbeschaffung für ein 28 Jahre altes Fahrzeug, weil sich der Bau der zentralen Feuerwache hinauszögert.