Frankfurt/Oder (gla). Am Dienstag, dem 4. Dezember 2018 war die Innenstadt in Alarmbereitschaft.

Nachdem am Vormittag ein anonymer Anruf mit einer Bombendrohung einging, riegelte die Polizei das Hauptgebäude der Post weiträumig ab. Lindenstraße und Logenstraße wurden für den Fahrzeugverkehr teilweise, für Fußgänger auf der Seite der Post vollständig gesperrt. Mit auf Sprengstoff spezialisierten Spürhunden durchsuchten die Einsatzkräfte den Schalterbereich, die Lager- und Kellerräume des Postamts.
Gegen 11.15 Uhr musste die Hundestaffel eine Pause einlegen. „Das ist nämlich Schwerstarbeit“, erklärte einer der anwesenden Polizisten. Inzwischen verstärkte sich der Verdacht, dass es sich bei der angeblichen Bombe um eine leere Drohung handelt. Die Straßensperren wurden vorläufig gelockert. Für eine Entwarnung war es aber noch zu früh. Um die Mittagszeit kamen die Hunde erneut zum Einsatz, um den Rest des Gebäudes zu durchsuchen.
Der Pressesprecher der Polizeidirektion Ost Stefan Möhwald konnte zum Zeitpunkt des Einsatzes nicht mit den anwesenden Journalisten sprechen und musste sie auf später vertrösten. Am Nachmittag erklärte die Polizeidirektion per E-Mail: „Am 04.12.2018, gegen 09:00 Uhr, erreichte die Polizei die Androhung einer Sprengstoffexplosion. Betroffen davon war ein Gebäude in der Logenstraße, in dem sich neben einer Post auch Büroräume der ansässigen Universität befinden. Das Gebäude wurde daraufhin geräumt und das unmittelbare Umfeld für den Durchgangsverkehr gesperrt. Insgesamt mussten 30 Personen das Haus verlassen. Bei der Begehung mit speziell ausgebildeten Diensthunden der Bundespolizei sind in der Folge keine Gegenstände gefunden worden, die mit der Drohung in Zusammenhang zu bringen waren. Gegen 12:00 Uhr konnte die Sperrung so wieder aufgehoben werden. Jetzt ermitteln Kriminalisten, wer für das Geschehen verantwortlich ist.“
Michaela Grün, Leiterin der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Europa-Universität Viadrina lobt die gute Informationspolitik der Polizei. Warnung und Entwarnung erfolgten ohne Verzögerung und wurden universitätsintern weitergeleitet. Im von der Viadrina genutzten Teil des Postgebäudes befinden sich „insbesondere Büroräume von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Mitarbeitenden wissenschaftlicher Institutionen“, sagt Michaela Grün. Einige der betroffenen Personen konnte die Universität für die Dauer des Einsatzes in anderen Räumen unterbringen. Die Übrigen mussten freigestellt werden.