Schernsdorf (hn). Anlässlich des Volkstrauertages trafen sich Schernsdorferinnen und Schernsorfer auf dem Dorfanger, um einen Gedenkstein für die Opfer der beiden Weltkriege einzuweihen.

„Wir stehen am Ehrenmal, um derer zu gedenken, die Opfer wurden von Gewalt und Krieg”, rezitierte Anneliese Krüger aus dem Gedicht „Volkstrauertag”. „Um Herz und Sinn auf Frieden hin zu lenken. Wann endlich werden Hass und Krieg besiegt?” Was sich weltweit ereignet heutzutage, könne nicht im Sinne unserer Toten sein, heißt es darin weiter, und die Bereitschaft zur Versöhnung wird eingefordert.
Bürgermeister Wolfgang Beitsch dankte den Mitgliedern der Heimatgruppe und ganz besonders Gudrun Hänschen, die in vehementem Kampf für diesen Gedenkstein nie locker gelassen haben. „Ihnen ist es zu verdanken, dass wir heute hier stehen und den Stein einweihen dürfen”, so Beitsch. Eigentlich sollte er bereits im vorigen Jahr seinen Platz auf dem Dorfanger finden, aber wegen der langwierigen Suche nach etwas Geeignetem und Regeln bei der Auftragsvergabe hatte sich alles verzögert. Trotzdem wurde die Jahrzahl 2015 beibehalten.
Auffallend ist, dass keine Tafel mit den Namen der aus Kriegen zurück gekehrten Soldaten angebracht wurde. „Wir wissen nicht alle Namen”, so Gudrun Hänschen. „Deshalb entschlossen wir uns, vollständig auf die Namensnennung zu verzichten.” Mit diesem Stein soll nicht nur an gefallene und vermisste Soldaten, sondern auch an verhungerte Frauen und Kinder sowie an Opfer von Krankheiten in Kriegstagen erinnert werden.
Der 1,6 Tonnen schwere Findling wurde von der Müllroser Steinmetzfirma Frank Decker gestaltet, nachdem im Gemeinderat 2015 der Beschluss gefasst wurde, einen Gedenkstein zu errichten.