Storkow (gla). Eine neue Gedenktafel erinnert an in den beiden Weltkriegen gefallene und vermisste Soldaten.

Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig weihte gemeinsam mit Storkower Stadtverordneten die Gedenktafel auf dem Marktplatz ein. „Ich danke Ihnen, dass Sie heute zu unserer ehrwürdigen Friedenseiche gekommen sind“, eröffnete Schulze-Ludwig die Gedenkveranstaltung.
In ihrer Rede erinnerte die Bürgermeisterin an die vielen Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs. „Wir können gar nicht dankbar genug sein, wie viel sich heute verändert hat“, sagte sie angesichts der unvorstellbaren Zahlen von Menschen, die in den Kriegen ihr Leben ließen. „Das können, das dürfen wir nicht vergessen“, mahnte die Bürgermeisterin, „damit sich so etwas nie wiederholt.“ Bereits am Vortag, dem Volkstrauertag erinnerten Storkower am Städtischen Friedhof, am Sowjetischen Soldatenfriedhof und vor der Kurmark-Kaserne an die Opfer von Kriegen, Attentaten und Gewaltherrschaft.
Die Gedenktafel ist ein Werk des Storkower Steinmetzmeisters Arno Rausch. „Sie überzeugt mit ihrer schlichten Form“, findet Cornelia Schulze-Ludwig. „Die Gedenktafel trägt das Gedenken mitten in den öffentlichen Raum.“ Der Storkower Marktplatz hatte früher ein Kriegerdenkmal. Das wurde zu Zeiten des Kommunismus abgerissen, erzählen ältere Einwohner. Eine Entscheidung, die von vielen Storkowern kritisiert wird. Auch die Bürgermeisterin forderte in ihrer Rede dazu auf, nichts zu leugnen und nichts zu verschweigen.
Anlässlich des Ende des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren stimmte die Stadtverordnetenversammlung dem Vorschlag der Fraktionen der SPD und „Neues Storkow“ für die neue Gedenktafel mehrheitlich zu. Sie ist am Fuß der Friedenseiche zu finden, die Storkower Bürger am 27. Dezember 1814 zur Erinnerung an das Ende der Napoleonischen Kriege pflanzten.
Nach einer Schweigeminute legten Bürgermeisterin, Stadtverordnete und Einwohner Kränze nieder. „Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen“, zitierte Cornelia Schulze-Ludwig zum Abschluss ein altes slawisches Sprichwort.