Frankfurt/Oder (kel). Vor 70 Jahren wurde das Heimkehrerlager Gronenfelde eröffnet.

Aus diesem Anlass fand eine Gedenkveranstaltung am Ehrenmal neben der Grubenstraße nähe Deponie Seefichten statt. Hier wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf Beschluss der sowjetischen Militärverwaltung ein zentrales Heimkehrerlager für deutsche Kriegsgefangene und Zivilinternierte aus sowjetischer Gefangenschaft hergerichtet. Für über hunderttausend deutsche Kriegsgefangene endete die jahrelange Gefangenschaft.
Der Zustand der Baracken war „desolat“, schilderte Heidemarie Bucki, Tochter des stellvertretenden Lagerleiters Paul Wilhelm Rösch. Die Wasserversorgung funktionierte nicht und die Abwässer flossen in Gruben. Trotz schwieriger Nachkriegsbedingungen entstanden aus öden Bretterbuden menschenwürdige Unterkünfte. Das Areal mit 22 Baracken war für eine Belegung von maximal 3000 Menschen pro Tag ausgelegt. Zeitweise mussten jedoch 6000 Menschen dort übernachten. Sie wurden von 150 Beschäftigten betreut.
„Ich habe hier im Oktober 1949 eine Nacht verbracht“, erzählte der ehemalige Kriegsgefangene Reinhardt Kieschnik. Er fand die Unterkunft puritanisch, aber ordentlich und sauber. In der Nuhnenstraße, Hornkaserne, erhielt der heute 91-Jährige zuvor eine vom Ministerium der Streitkräfte der UdSSR unterzeichnete Entlassungsurkunde. Den ersten Tag auf deutschem Boden und in Freiheit wird er nicht vergessen. Auch CDU Bundestagsabgeordneter Martin Patzelt nahm an der Gedenkfeier teil und legte zusammen seinem Parteifreund Christian Matuschowitz einen Kranz nieder. Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke sprach über persönliche Verbindungen zum Heimkehrerlager. Seine Mutter wurde hier aus sowjetischer Internierungshaft entlassen. Wilke lobte die aufopferungsvolle Hilfe der Frankfurter. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfern besserten über 10.000 Kleidungstücke aus. Das Lutherstift spendete überschüssige Muttermilch. Insgesamt wurden rund 1,2 Millionen Kriegsgefangene und 60.000 Zivilinternierte in Frankfurt entlassen. Am 3. Mai 1950 kam der letzte Transport und das Lager wurde geschlossen.
Dr. med. Klaus Eichler, Mitinitiator der Errichtung des Gedenksteins hofft, dass das Elend der Heimkehrer und die aufopferungsvolle Hilfe weiterhin gewürdigt werden. Er hat ebenfalls maßgeblich eine ständige Ausstellung über die Heimkehrer unterstützt. Sie trägt den Namen „Willkommen in der Heimat“ und befindet sich in Räumen der Hornkaserne, die leider ab Jahresende andersartig genutzt werden. Ideal wäre als neuer Standort der PackHof neben dem Museum, so Eichler. Die Räume sind zentrumsnah und in ihnen befand sich einst ein Seuchenlazarett des Heimkehrerlagers.