Frankfurt/Oder (gla). Die Sportfördergruppe der Bundeswehr am Olympiastützpunkt erhielt diese Woche hohen Besuch.

Nicht nur war der Abteilungsleiter Ausbildung Streitkräfte, Brigadegeneral Markus Kurczyk zu Gast, sondern auch die Bundestagsabgeordneten der CDU Jens Lehmann und Martin Patzelt. Sie wollten sich einen Eindruck davon machen, wie die Bundeswehr Leistungssport am Frankfurter Standort fördert.
Aus aktuellem Anlass drehte sich das Gespräch zu Anfang um ein anderes Thema, nämlich die Diskussion um eine Wiedereinführung der Wehrpflicht oder neue Einführung einer Dienstpflicht. Patzelt, der angab schon immer Befürworter einer Wehrpflicht gewesen zu sein, begründete diese Meinung mit der Erziehung der jüngeren Generation. „Genauso wie Spaß und Spiel brauchen wir Anstrengung und Fleiß, sonst verliert Deutschland“, sagte der Abgeordnete und ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder). Er räumte allerdings ein, dass eine allgemeine Dienstpflicht verfassungswidrig wäre. Lehmann und Kurczyk sprachen sich prinzipiell für einen gesellschaftlichen Dienst aus.
Dann stellte Markus Kurczyk die  Grundsätze der Spitzensportförderung vor. Die fasste der General und Diplom-Pädagoge mit den Worten „Leistung. Fürsorge. Karriere.“ und „Projekt. Sport. Leben.“ zusammen. Die Förderung des Spitzensports sei eine gesamtstaatliche Aufgabe der Bundeswehr. Als Ziele nannte der Luftwaffeoffizier die internationale Repräsentanz deutscher Sportler und die Vereinbarkeit von Sport und Berufsausbildung. Die 744 Förderplätze deckten zirka 200 Sportarten ab. Einige davon, zum Beispiel Taekwondo, sind auf diese Unterstützung angewiesen. „Das wäre ohne die Bundeswehr nicht möglich. Da gibt es sonst keine Förderer. Das wird nicht im Fernsehen übertragen.“
Jens Lehmann lobte die kurzen Wege am Frankfurter Olympiastützpunkt. „Ich hab wirklich auch gern hier trainiert. Die Fahrzeit ist weg und man kann sich aufs Training konzentrieren“, erinnerte sich der Bundestagsabgeordnete, der während seiner Radsportzeit zwei Olympische Goldmedaillen gewonnen hatte.
„So eine Konzentration der Möglichkeiten ist einzigartig“, stimmte Hauptfeldwebel Henning Bommel, ebenfalls Radsportler, zu. Anschließend besichtigten die Gäste den Olympiastützpunkt, geführt von dessen Leiter Wilfried Lausch. Die Sportfördergruppe der Bundeswehr hat Mitbenutzungsverträge mit dem Olympiastützpunkt abgeschlossen. So stellt die Militäreinrichtung Unterkünfte für Mannschaften und Trainer zur Verfügung. Zurzeit trainiert die indische Nationalmannschaft im Bahnradsport seit fast zwei Monaten am Frankfurter Standort.