Frankfurt/Oder (kel). Das ehemalige Georgenhospital wird internationale Begegnungsstätte.

Bauminister Jörg Vogelsänger erteilte grünes Licht für die Sanierung eines der ältesten Gebäude Frankfurts. Er übergab dem Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke einen Förderbescheid in Höhe von 1,7 Millionen Euro für das 2,85 Millionen teure Vorhaben. „Das Haus steht für Frankfurts Geschichte“, sagte Dr. Wilke. Es wurde 1312 erstmals urkundlich erwähnt, diente anfangs zur Versorgung von Leprakranken. Später wurde daraus das Georgenhospital.
Im Mittelalter zerstörten es häufig feindliche Soldaten. Es stand außerhalb der Stadtmauer. Frankfurt baute es jedoch immer wieder auf. Zuletzt 1794 vom preußischen Bauinspektor Martin Friedrich Knoblauch. Und so steht es heute noch. Bis Mitte der 1980er Jahre war es Altenheim, danach nutzten es Ämter und Firmen. Seit 1995 steht es völlig leer. Der Immobilienmakler Horn erwarb es zwar für eine Deutsche Mark. Ließ es aber weiter verfallen, obwohl er sich vertraglich zur Sanierung verpflichtete. Die Stadt kaufte es zurück und suchte einen Nutzer. Frankfurts oberster Denkmalschützer Christian-Ullrich Dinse engagierte sich stark für den Erhalt des alten Gebäudes. Hat doch Frankfurt als Folge des Zweiten Weltkrieges wenig historische Altbauten. Mit dem Studentenwerk wurde dann vor rund zwei Jahren ein Nutzer gefunden. „Wir wollen hier eine internationale Begegnungsstätte für ausländische Studenten und Wissenschaftler einrichten“, sagte Dr. Ulrike Hartmann, Geschäftsführerin des Studentenwerks. Als besonderen Partner hat sie die amerikanische Max Kade Foundation gefunden. Sie fördert Begegnungsorte zwischen Deutschland und den USA. „Nach einer ersten Besichtigung war sie von dem Gebäude beeindruckt“, betonte Dr. Wilke, der auf finanzielle Beteiligung hofft. Die Viadrina hat 200 Partneruniversitäten, deren Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen, Studenten und Studentinnen gerne einige Semester in Frankfurt studieren oder lehren. Angemessene Unterkünfte sind jedoch rar. Sie entstehen nun im ehemaligen Georgenhospital. In dem Gebäude sollen insgesamt 27 Appartements über zwei Etagen eingerichtet werden. Auf jeder Etage gibt es Gemeinschaftsräume für den internationalen Dialog. Die äußere Anbindung erfolgt über die Oderpromenade. Für die Planung konnte der Spezialist für Altbausanierung Christian Nülken gewonnen werden. „Der Sanierungsbedarf ist groß“, so sein erstes Fazit. Über 100 Jahre wurde am Gebäude nichts gemacht. Als Erstes will er das Mauerwerk trockenlegen und dann den imposanten Dachstuhl sanieren. „Wir hoffen, im Jahr 2014 einziehen zu können“, so Ulrike Hartmann.