Eisenhüttenstadt (hn). Mit der Forderung, die Rente muss für ein gutes Leben reichen, geht der DGB in die Offensive.

So kamen am Mittwoch Sebastian Walter, Regionsgeschäftsführer des DGB Ostbrandenburg und Auszubildende Julia Harbsmeier nach Eisenhüttenstadt, um am Bahnhof Tüten mit Informationsmaterial, Kaffee oder Tee und einem Müsliriegel zur Stärkung zu verteilen. „Vor einem knappen halben Jahr haben wir als Gewerkschaftsbund gemeinsam mit Einzelgewerkschaften die Kampagne gegen den Sinkflug der Renten ins Leben gerufen“, sagte Walter, „gerade in Ostbrandenburg rutschen immer mehr Menschen in die Altersarmut“. Zwischen Uckermark und Frankfurt (Oder) ist in den letzten fünf Jahren der Anteil derjenigen, deren Rente nicht zum Leben reicht, um vierzig Prozent gestiegen. Sie sind trotz 45-jähriger Lebensarbeitszeit auf Grundsicherung angewiesen. „Wir wollen die Politik in die Pflicht nehmen, denn dieses Rentensystem ist eine Folge von politischen Fehlentscheidungen“, so Walter. Es darf keine weitere Privatisierung des Rentensystems auf Kosten der Rentnerinnen und Rentner geben. Das Rentenniveau muss wieder auf über 53 Prozent des Einkommens angehoben werden. Viele existieren mittlerweile auf Hartz-IV-Niveau, was keineswegs für ein gutes Leben ausreicht. „Jetzt im Wahlkampf fordern wir alle Parteien auf, etwas zu ändern“, fügte Walter hinzu. Bisher hat nur Die Linke eine konkrete Forderung aufgestellt: Eine Mindestrente von 1.050 Euro. Auch andere Parteien hätten Vorschläge, aber endlose Diskussionen schieben die Lösung des Problems, ein würdiges und gutes Leben im Alter zu gestalten, immer wieder weiter hinaus.