Gusow (igo). „Das ist ein guter Tag. Die größte Freude für einen Infrastrukturminister ist es immer wieder, wenn der erfolgreiche Abschluss eines Projektes mit einem Volksfest gefeiert werden kann“, erklärte der Minister für Infrastruktur und Verkehr Brandenburgs, Jörg Vogelsänger, am vergangenen Wochenende in Gusow. 

Hunderte Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreiche prominente Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft waren der Einladung zu einem großen Volksfest anlässlich der Fertigstellung des Bahnhofsgeländes gefolgt. So konnte der Bürgermeister der Stadt Gusow, Karlheinz Klein, nicht nur den Bürgermeister der polnischen Partnergemeinde Santok, Stanislaw Chudzik, zur Veranstaltung herzlich begrüßen, sondern auch die Landräte von Märkisch-Oderland und Gorzow, Gernot Schmidt und Josef Kruczkowski, sowie den Bundestagsabgeordneten Hans Georg von der Marwitz, die Landtagsabgeordnete Bettina Fortunato und den Bürgermeister von Seelow, Jörg Schröder. Für insgesamt 450.000 Euro, so der Bürgermeister von Gusow, seien in der relativ kurzen Bauzeit seit März 70 Park & Ride – Stellplätze, eine überdachte Bike & Ride – Anlage für 20 Stellplätze in Kombination mit einem überdachten Fahrgastunterstand und eine neue Bushaltestelle entstanden. Von den Baukosten übernahm die Gemeinde Gusow einen Anteil von 33.500 Euro und der Landkreis 33.500 Euro. Die „restliche“ Summe von 383.000 Euro konnte durch Fördermittel gedeckt werden. Bürgermeister Karlheinz Klein lobte die Bauarbeiter für die schnelle Realisierung des Vorhabens. Dann richtete er einen besonderen Dank an Karl-Heinz Boßan, den Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzow. Dabei erklärte er: „Nur durch die unermüdliche Tätigkeit von Karl-Heinz Boßan ist das gesamte Vorhaben der Ostbahn so gut vorangekommen!“ Dies unterstrich auch der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt, in seiner Festansprache: „Das ganze Projekt funktioniert nur, weil es hier in der Region Menschen gibt, die für ihre Vorhaben „brennen“ und auch dafür kämpfen, dass sie durchgeführt werden!“ Darüber hinaus unterstrich er, dass für die Entwicklung der Oderregion ein weiterer Ausbau der Infrastruktur von herausragender Bedeutung sei. Als Visionen für die Zukunft benannte der Landrat die Einrichtung eines speziellen „Kulturzuges“ in den Abendstunden nach Berlin, die Anbindung der Ostbahnstrecke an den neuen Flugplatz BBI, eine zukünftige Fahrzeit bis zum Alexanderplatz von 50 Minuten und eine durchgehende Zugverbindung bis weit in das polnische Nachbarland. Der Landrat von Gorzow, Josef Kruczkowski, nahm diesen Gedanken auf und informierte die Gäste des Festes über die Gründung einer speziellen Entwicklungsgesellschaft in seiner Heimatstadt. Die vor einem Monat ins Leben gerufene Gemeinschaft aus Politik und Wirtschaft strebe ebenfalls eine durchgehende Zugverbindung vom polnischen Pi?a (Schneidemühl) bis nach Berlin an. Für das große Bahnhofsfest hatte Josef Kruczkowski zwei polnische Kulturgruppen und den Kindergarten der Stadt Santok „Gminne Przedszkole“ mitgebracht. Diese erfreuten die Gäste der Veranstaltung nach einem Auftritt des Posaunenchors Müncheberg mit polnischen Liedern und Tänzen. Nach einer Einladung zu einem rustikalen Büfett mit Gulaschkanone erfolgte eine Führung über das neu gestaltete Bahnhofsareal. Gegen Mittag löste sich die bis dahin vorherrschende Wolkendecke auf und die Sonne schickte ihre wärmenden Strahlen auf das bunte Treiben rings um den Bahnhof. Noch bis zum Einbruch der Abenddämmerung konnten die Gusower Bürgerinnen und Bürger und ihre Gäste aus nah und fern bei bestem Herbstwetter ein schönes buntes Kulturprogramm erleben.