Ostbrandenburg (eb/gla). Mit einer Bildaktion warnte die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vor hohem Flächenverbrauch.

Durch den Bau neuer Siedlungen, Straßen und Gewerbegebiete gehen in Brandenburg laut Angaben der Bündnisgrünen alle drei Minuten 83 Quadratmeter Frei- beziehungsweise Agrarfläche verloren. Zur Veranschaulichung rollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraktion auf der Potsdamer Freundschaftsinsel Papierreste aus der Zeitungsproduktion auf 83 Quadratmetern aus. Der tägliche Flächenverbrauch in Brandenburg beträgt vier Hektar.
„Der Flächenverbrauch durch die Versiegelung unbebauter Böden und das Zerschneiden zusammenhängender Freiflächen ist eine zentrale Ursache für den Verlust der biologischen Vielfalt“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion Michael Jungclaus am Rande der Aktion. Die bündnisgrüne Fraktion setzt sich dafür ein, den Flächenverbrauch bis 2030 auf 1,3 Hektar pro Tag und perspektivisch auf null zu reduzieren.
Dieses Ziel soll künftig im Landesplanungsgesetz verankert werden. Außerdem fordern die Bündnisgrünen die landesweite Erfassung von Flächen- und Nutzungsänderungen, Flächenversiegelung und Entsiegelungspotenzialen. Das findet zurzeit nicht statt. Fördermittel sollen ab 2021 auf die flächensparende und naturschutzverträgliche Innenraumverdichtung und auf Konversionsflächen konzentriert werden.  Zudem soll die Landesregierung die Einführung eines Handelssystems mit Flächenkontingenten prüfen. Einen entsprechenden Antrag lehnten SPD und Linkspartei jedoch ab.
Das Ziel, den Flächenverbrauch auf 1,3 Hektar am Tag bis 2030 zu reduzieren, leitet sich von der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der deutschen Bundesregierung ab. Demnach ist der Flächenverbrauch bundesweit bis 2030 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Brandenburg hat sich in seiner Nachhaltigkeitsstrategie bislang kein eigenes Ziel zum Flächenverbrauch gesetzt.
Eine übermäßige Bodenversiegelung hat unmittelbare Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, warnt auch das Umweltbundesamt. Zum einen könne Regenwasser weniger gut versickern und dadurch Grundwasservorräte auffüllen, zum anderen steigt das Risiko, dass bei starken Regenfällen die Kanalisation oder die Vorfluter die oberflächlich abfließenden Wassermassen nicht fassen können. Das kann zu Überschwemmungen führen. Versiegelte Böden können kein Wasser verdunsten, weshalb sie im Sommer nicht zur Kühlung der Luft beitragen. Hinzu kommt, dass sie als Standort für Pflanzen ungeeignet sind, welche somit als Wasserverdunster und als Schattenspender ausfallen.