Frankfurt/Oder (gla). Der Künstler Gunter Demnig verlegte vier neue Stolpersteine in der Stadt.

Ein neuer Stolperstein an der Käthe-Kollwitz-Straße 36 erinnert an Richard Pawlack. Der Frankfurter Bürogehilfe wurde 1932 mit Schizophrenie diagnostiziert. Er wurde in die Brandenburgischen Landesanstalt Landsberg eingewiesen. 1940 brachten ihn die Nazis mit einem Sammeltransport in eine Euthanasieanstalt und ermordeten ihn.
Vor dem leerstehenden Haus Berliner Straße 17 verlegte Demnig einen Stolperstein für Dorothea Büttner. Nach einer Malariebehandlung litt die damals 57-Jährige unter schwachem Gedächtnis, Halluzinationen und Sprachstörungen, wie aus ihrer lückenhaften Krankenakte hervorgeht. Auch sie verlegten die Nazis in die zentrale Euthanasieanstalt in Brandenburg und töteten sie. Die Volkshochschule übernahm die Patenschaft für ihren Stolperstein, der neben denen zwei weiterer Naziopfer aus demselben Haus liegt.
Die Hofzufahrt in der Schulstraße 22-25 erhielt einen Stolperstein für Heinz Reimann. Der Frankfurter wurde noch im Kindesalter Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms. Er hatte Epilepsie und Schwierigkeiten beim Lernen. Sein Vormund Julius Rosenbaum wurde aufgrund seiner jüdischen Herkunft ebenfalls ermordet.
In der Bischofstraße verlegte Gunter Demnig einen Stolperstein für Max Haase, der aufgrund seiner Tätigkeiten für die verbotene kommunistische Partei wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus verurteilt wurde. Nach seiner Entlassung musste er in eine Bewährungskompanie, die er nach einer Verwundung durch einen Bombensplitter illegal verließ. Mit der Hilfe von Verbündeten in Frankfurt (Oder) überlebte er die Nazizeit.