Ostbrandenburg (kel). Die Oper Oder-Spree ist das nächste kulturelle Highlight in der Region.

Es geht um rasende Liebe. Orlando liebt Angelica. Angelica liebt jedoch Medoro, den Dorinda auch gern hat. Magier Zoroastro will den Liebeswahn heilen. Das ist der Inhalt Händels leidenschaftlicher Oper „Orlando”, die in Neuzelle Premiere feierte, in Kurzform. „Die Oper muss unbedingt gezeigt werden, sie passt wunderbar in unsere Zeit”, findet Regisseurin Julia Huebner. Die Akteure treten in zeitgenössischer Kleidung auf, die die in Salzburg aufgewachsene Gestalterin Katharina Scheicher entwarf. Musikalischer Leiter ist der aus Russland stammende Dirigent Sergey Simakow. Einfühlsam dirigiert er das Bulgarische Kammerorchester. „Die Barockoper in einem Barockkloster aufzuführen, ist sehr reizvoll“, sagt er. Die Akustik wäre erstaunlich gut. Sein Orchester sitzt nicht, wie sonst üblich, im Orchestergraben, sondern seitlich ebenerdig. So ist ein guter Kontakt zu den Darstellern möglich, die alle ihre Rollen blendend meistern. Und dies, obwohl sie noch jung sind und wenig Bühnenerfahrung besitzen. Beim Festival Oper Oder-Spree werden seit Jahren junge Künstlerinnen und Künstler gefördert.
Philippe Spiegel, der den Zoroas-tro spielt, gesteht lachend: „Händel singen hält gesund“. Mit seinem virtuosen Bass beruhigt er den wahnsinnigen Orlando. Von der Rolle des Orlando werden außergewöhnliche vokale und darstellerische Fähigkeiten erwartet. Händel hatte die Rolle einst für seinen Lieblingskastraten Senesino komponiert. In Neuzelle erfüllt Astrid Bohm die hohen Anforderungen mit Bravour.
Die nächsten Vorstellungen gibt es Mittwoch, 17. und Donnerstag, 18. August 2016 in der Marienkirche Beeskow sowie Freitag, 19. und Samstag, 20. August 2016 im Atrium der Konzerthalle Frankfurt (Oder).