Oder-Spree (gla). Die Arbeitslosigkeit ist weiter gesunken.

„Der Arbeitsmarkt hat den Trend der letzten Monate forgesetzt“, sagte der Chef der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) Jochem Freyer bei der monatlichen Pressekonferenz. Grund dafür sei die wirtschaftlich gute Verfassung der Unternehmen in der Region. Derzeit sind im Landkreis Oder-Spree 5.636 Menschen arbeitslos, 266 weniger als im März 2019 und 683 weniger als vor einem Jahr. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von sechs Prozent. Im März lag die Quote noch bei 6,3 Prozent. 1.283 offene Stellen sind zurzeit gemeldet. Davon gingen im April 318 neue Stellen ein, besonders aus den Bereichen Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung sowie kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus. „Das ist natürlich kein gutes Zeichen, weil wir die Stellen nicht alle besetzen können.“ Als Grund für die vielen offenen Stellen verwies Freyer zum wiederholten Mal auf das niedrige Lohnniveau in Ostbrandenburg. Der Anteil der Personen, die weniger als 2.000 Euro im Monat verdienen, liegt in der Region bei ungefähr 30 Prozent.
Auch Torsten Hesse, Bereichsleiter für die Arbeitsagenturen im Landkreis Oder-Spree, betrachtet die niedrigen Löhne in Ostbrandenburg als Hauptproblem. „Nach wie vor gibt es Stellenanzeigen von Arbeitgebern, die Fachkräften, vom Anlagenmechaniker bis zur Verkäuferin, ein Gehalt knapp über dem Mindestlohn zahlen wollen“, beklagt Torsten Hesse. „Angesichts der großen Personalnachfrage sehe ich für diese Unternehmen kaum Chancen, geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Diese Angebote sind nicht zeitgemäß, ein Umdenken ist dringend erforderlich.“
Im Mai veranstaltet die Arbeitsagentur in Fürstenwalde, Neuenhagen und Frankfurt Absolventenbörsen.