Fürstenwalde (eb/geh). 400 Gäste, darunter Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Ärzteschaft sowie Mitarbeiter des Klinikums, erlebten den festlichen Neujahrsempfang des HELIOS Klinikums Bad Saarow, der traditionell im Sankt Marien Dom stattfand.

Offene Worte prägten den Neujahrsempfang des HELIOS Klinikums. Mit diesen begeisterte auch der neue Ärztliche Direktor, Dr. med. Jens Osel, in seiner ersten Neujahrsrede das Publikum. Er stellte zwei Gedanken in den Vordergrund - zum einen die Ökonomisierung des deutschen Gesundheitswesens und zum anderen die damit verbundene Entfremdung von Arzt und Patient. Er sprach von einer Wandlung im Arzt-Patient-Verhältnis und insbesondere davon, dass in der modernen Gesellschaft das Überführen von Industrienormen in das Gesundheitssystem zu einer Entfremdung, zu einer schleichenden Vergiftung des von Vertrauen geprägten Arzt-Patienten-Verhältnisses geführt habe.
„Moment, ist jeder Medizin?“ stellte Dr. med. Jens Osel den HELIOS Leitspruch um und appellierte an die Gäste: „Lassen Sie uns das besondere Arzt-Patient-Verhältnis, ein in seiner Einmaligkeit und Empfindlichkeit herausragendes und fragiles System durch Vertrauen und Verständnis, durch Empathie und Altruismus erhalten und weiterentwickeln“.
Mit den Fragen, ob Medizin effizient sein darf - und, ob mediale Bewertungen der Krankenhausprivatisierung mit der gelebten Realität übereinstimmen, beschäftigte sich Klinikgeschäftsführerin Julia Christodulow in ihrer Rede. Dass Medizin und Effizienz zusammen gehören und sehr gut funktionieren können, zeigte sie unter anderem an dem jüngsten Bauvorhaben des Bad Saarower Klinikums auf. Mit einer Investition von 16,6 Millionen Euro aus Eigenmitteln realisiert HELIOS einen großen Erweiterungsbau, der in diesem Jahr startet und notwendige Kapazitäten schafft. Weiterhin verwies Julia Christodulow auf die Unterstützung in Form von Stipendien von mehreren Medizinstudenten der Medizinischen Hochschule Brandenburg und auf die Erweiterung des Medizinischen Versorgungszentrums. „Effizienz und mit ihr finanzielle Stärke sind hierfür notwendig. Ohne dies wären solche Projekte undenkbar“, betonte sie. Enrico Jensch, Geschäftsführer der HELIOS Region Mitte-Nord berichtete, dass mit 90 Prozent die medizinischen Ziele erreicht wurden.
Im Anschluss an die Reden zeigte der externe Neuroforscher Dr. Sven Sebastian in einem unterhaltsamen Vortrag, wie das Gehirn entstaubt und gelernt werden kann, Gedanken willentlich sowie selbstbestimmt in neue Richtungen zu lenken.