Seelow (eb/geh). Im Jahr 2009 gab es mit 50,7 Prozent eine knappe aber absolute Mehrheit für  Jörg Schröder, der seitdem als Bürgermeister die Geschicke Seelows lenkt. Damals trat Schröder mit nur einer Gegenkandidatin an, am Sonntag muss er sich gleich drei Herausforderern stellen.

Für Bündnis 90/Die Grünen geht der in Rüdersdorf geborene Alexander Lehmann an den Start. Er lebt seit 2007 in der Kreisstadt und ist Mitglied des Kreisjugendrates, dem er seit zwei Jahren auch vorsitzt. „Ich will Seelow weiterentwickeln und möchte, dass jeder Bürger eine Perspektive hier sieht, egal ob jung oder alt“, sagt Lehmann. Er setzt sich für Bürgerumfragen, für eine Verbesserung des Brand- und Katastrophenschutzes und eine barrierefreie Stadt ein. Der 20-Jährige unterstützt die Forderungen nach einer Verbesserung des Bus- und Bahnverkehrs, wie auch das Volksbegehren gegen die Kreisgebietsreform, eine Millionenausgabe, „die sich nicht rechnen wird“, wie er befürchtet.
Als Parteilose geht Judith Kroel (37) ins Rennen. Sie ist seit der Oderflut 1997 Seelowerin und mit einem Feuerwehrmann verheiratet. Kroel engagiert sich stark für das Ehrenamt, ist selbst im Gemeindekirchenrat tätig. Sie setzt in ihrem Programm vor allem auf Bürgernähe und Bürgerbeteiligung. Judith Kroel fordert mehr Transparenz der politischen Entscheidungen und will bei weitreichenden Beschlüssen die Bürger viel mehr einbinden als das ihrer Meinung nach bisher geschehen ist.
Der Dritte im Bunde der Bürgermeisterkandidaten für Seelow ist Detlev Frye. Der 52-jährige Journalist ist Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD) und sitzt bereits seit 2014 im Kreistag. Frye sieht die ganze Region bewusst von der roten-roten Landesregierung „abgehängt“ und fordert auch ein Überdenken der Förderpolitik: „Hier müssen die Millionen hin. Nicht in den Speckgürtel. Damit wir Jobs und bessere Verkehrsanbindung für Seelow und Umland schaffen können“.  Dafür will er sich in Stadt, Kreis, Land und „mit einer starken AfD“ auch auf Bundesebene einsetzen. Er ist ein entschiedener Gegner der Kreisreform und will „unsere Heimat so erhalten, wie sie jetzt ist“.