Ostbrandenburg (eb/geh). Die anhaltende Hitze hat vielerorts zu einer Wespenplage geführt.

Sogar von einem „Wespenjahr“ ist schon die Rede. „Gefährlich sind ihre Stiche in der Regel nur für Allergiker oder im Mund- und Rachenraum. Dann ist schnelle Hilfe gefragt“, sagt DRK-Bundesarzt Professor Peter Sefrin. „Normalerweise ist ein Stich nicht gefährlich. Schmerz und lokale Schwellungen sind normale Reaktionen, die von selbst zurückgehen. Kühlen hilft”, so Professor Sefrin. Er empfiehlt, den Stachel möglichst schnell zu entfernen, indem er mit den Fingernägeln weggekratzt oder eine Pinzette benutzt wird. Vom Herausziehen mit den Fingern rät er ab, um nicht Gift in den Einstich zu drücken.
Bei einem Insektenstich im Mund und insbesondere im Rachen können Schleimhäute und Zunge anschwellen. Innerhalb kürzester Zeit verengen sich die Atemwege oder verschließen sich ganz. „Rufen Sie sofort den Rettungsdienst (Notruf: 112) und kühlen Sie ganz schnell von innen und außen. Lassen Sie den Patienten Eiswürfel oder Speiseeis lutschen (wenn er schlucken kann) und kühlen Sie den Hals mit kalten Umschlägen oder Kühlelementen (nicht direkt auf die Haut). Salben und Cremes gehören nicht auf die Stichstelle. Speichel oder Zitronensaft haben eine kühlende und antiseptische Wirkung”, so der Mediziner.
Bei einer Insektengift-Allergie können Gifte von allen Insekten einen allergischen Schock auslösen. Er ist zu erkennen an schnell auftretenden großen Hautschwellungen, Zungenbrennen, Juckreiz und Atemnot. Auch Kopfschmerzen, Angst, Schwindel, Herzrasen sowie Erbrechen oder Bewusstlosigkeit können auftreten. Professor Sefrin: „Wählen Sie sofort die 112 und lagern Sie den Patienten mit erhöhten Beinen. Beruhigen und beobachten Sie den Patienten. Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Ist keine normale Atmung mehr vorhanden, beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung - 30 mal Herzdruckmassage und 2 mal Beatmen im Wechsel - und führen Sie diese fort bis der Rettungsdienst eintrifft”.
Insekten stechen bei einem Angriff auf ihr Nest, wenn sie in Armbeuge, Kniekehle oder Hosenbein eingeklemmt sind beziehungsweise in die Kleidung geraten. „Also nicht hektisch reagieren”, warnt der Experte. Motorradfahrer sollten Handschuhe tragen und mit geschlossenem Visier fahren. Sefrins Tipp: „Laufen Sie nicht barfuß. Getränke und Nahrung im Freien immer abdecken, Insektengift-Allergiker sollten jederzeit ein Notfallset bei sich haben.“