Seelow (eb/geh). Der Nahverkehrsplan des Landkreises Märkisch-Oderland 2020 bis 2024 soll im Kreistag am Mittwoch, dem 12. Dezember 2018 beschlossen werden.

Nachdem der zuständige Fachausschuss mit deutlicher Mehrheit sein positives Votum dazu abgegeben hat, befürwortete auch der Kreisausschuss die zukünftige Nahverkehrsplanung.
Der Nahverkehrsplan 2020 bis 2024 stellt eine Fortschreibung des derzeit gültigen Planes dar. Der Plan 2015 bis 2019 war Grundlage der Ausschreibung für die Busverkehre, die im Landkreis Märkisch-Oderland - vertraglich gebunden bis 2026 - von der mobus GmbH und der BBG mbH erbracht werden.
Der Beigeordnete und Fachbereichsleiter I, Rainer Schinkel sieht im vorliegenden Plan eine deutliche Verbesserung der Angebote. Er sagt dazu: „Wir haben die Entwicklung im Bereich des ÖPNV in den letzten Jahren analysiert und müssen natürlich Weichen für die Zukunft stellen. Der Landkreis ist für den kommunalen ÖPNV, also für den Bus- und Straßenbahnverkehr zuständig, das Land Brandenburg für den Schienenverkehr”. Die Kritikpunkte von Seiten der Kreisverwaltung für eine Verbesserung des Angebots im Zugverkehr bei der RB 26, der S 5 und der RB 60 wurde an die Landesregierung adressiert. Schinkel: „Wir müssen uns in eigener Verantwortung um die Verbesserung der Busverbindungen kümmern”.
Gegenüber dem Jahr 2012 sei ein Fahrgastzuwachs von 12,3 Prozent zu verzeichnen und 5,9 Millionen Fahrgäste im Jahr mit Bussen und Straßenbahnen zu befördern. Das Angebot gemessen an den Nutzkilometern ist laut Schinkel im selben Zeitraum um fast 18 Prozent auf insgesamt 6,2 Millionen Nutzkilometer gestiegen.
Der neue Nahverkehrsplan sehe weitere Verbesserungen vor. Insgesamt sollen ab dem Jahr 2020 6,6 Millionen Nutzkilometer gefahren werden. Im berlinnahen Raum werden die Takte in der Hauptverkehrszeit auf verschiedenen Linien an den 20-Minuten-Takt der S-Bahn angepasst. Auf den Strecken Bad Freienwalde-Wriezen-Strausberg sowie zwischen Strausberg und Erkner werden vom Land Brandenburg besonders geförderte PlusBus-Linien zum Einsatz kommen, die an Wochentagen mindestens 15 Fahrten pro Richtung und Tag anbieten. „In den eher ländlich geprägten Gebieten wollen wir das Angebot an bedarfsgesteuerten Verkehren ausbauen. Hier sind zusätzlich 105.000 Nutzkilometer mehr vorgesehen”, so Schinkel. Eine neue Linie soll zwischen Altlandsberg und Hönow eingerichtet werden.
In den Diskussionen in den Ausschüssen und den eingegangenen Stellungnahmen verschiedener Institutionen und Interessengruppen war der Wunsch nach weiteren Verbesserungen formuliert. Daher soll es im Jahr 2021 eine Zwischenauswertung geben und Fahrgastentwicklungen analysiert werden, um gegebenenfalls weitere Angebotserweiterungen vorzunehmen. Wachsende Siedlungs- oder Gewerbegebiete könnten angebunden und in den Abendzeiten Takte verkürzt werden.
Erst vor kurzem hat die Schöneicher-Rüdersdorfer-Straßenbahn eine barrierefreie Tram in den Dienst stellen können. Das Thema Barrierefreiheit wird in den kommenden Jahren eine Herausforderung sein. „Bis zum 1. Januar 2022 wollen wir die 69 am stärksten frequentierten Bus- und Straßenbahnhaltestellen barrierefrei ausgebaut haben”, blickt Schinkel in die Zukunft. In den folgenden Jahren müsse und werde diese Anpassung dann weitergehen.
„ÖPNV stellt immer ein Spannungsfeld von Wünschen, Notwendigkeiten und finanziellen Möglichkeiten dar. Der neue Nahverkehrsplan erhöht in jedem Fall die Attraktivität des Kreises als Wohn- und Arbeitsstandort“, so Rainer Schinkel.