Frankfurt/Oder (gla). Am Mittwoch gedachten Frankfurterinnen und Frankfurter am jüdischen Gedenkstein der Reichspogromnacht.

Unter ihnen befanden sich viele Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen, evangelischen und katholischen Gemeinden, der Stadtverwaltung und Stadtverordneten und des Bündnisses „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“. Die Begrüßungsrede hielt der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Wolfgang Neumann. Er sprach sich dafür aus, durch Gedenken, Erinnern und Mahnen „zumindest einen Teil der Schuld und Sühne zu tragen“.
Der Chor „Lebensfreude“ des Hauses der Begegnung sang zur Eröffnung „Shalom aleichem“, hebräisch für „Friede sei mit euch“. Unbekannte versuchten zu diesem Zeitpunkt erfolglos, die Veranstaltung mit lautem Feuerwerk zu stören.
Es folgte die Gedenkrede des Superintendenten Frank Schürer-Behrmann. Er erinnerte an die schrecklichen Ereignisse vor 78 Jahren. „Mit diesem Pogrom begann die massenhafte Verfolgung der Juden“, sagte er, „auch in Frankfurt brannte die Synagoge. Auch in Frankfurt gab es Menschen, die andere verfolgten und quälten“. Die Fotos aus dieser Zeit seien schwarz-weiß, aber es geschah in Farbe. „Jüdische Menschen waren ein Teil von Deutschland, so lange es Deutschland gibt“, gab er zu bedenken. Dennoch wurden und werden sie immer wieder bei Schwierigkeiten aller Art zu Sündenböcken.
Mit Beiträgen von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, einer Lesung Peter Fritschs vom Ökumenischen Rat aus dem Alten Testament und dem Kaddischgebet klang die Veranstaltung aus. Viele der Anwesenden gingen daraufhin zur Konzerthalle, wo das Synagogal Ensemble Berlin ein kostenloses Gedenkkonzert gab.