Neuzelle (hn). Während einer Feierstunde wurde der Öffentlichkeit im Kloster Neuzelle die restaurierte vierte Szene der Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab präsentiert.

Walter Ederer, Direktor für Marketing und Kultur in der Stiftung Stift Neuzelle, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Darunter waren Harald Schmidt, Vorstandsmitglied der Sparkasse Oder-Spree, Restauratorin Mechthild Noll-Minor, Amtsdirektor Hans-Georg Köhler, Bürgermeister Dietmar Baesler, Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle sowie Pfarrer Ansgar Florian.
Ederer erklärte, dass nunmehr nach dem „Judaskuss” und der „Kreuztragung” die vierte Szene „Jesus vor Kaiphas” interessierten Besuchern zugänglich ist. „Ich möchte mich ganz, ganz herzlich bei allen bedanken, die an dieser Restaurierung beteiligt waren”, so Ederer, und nannte unter anderem das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die Sparkasse Oder-Spree, die Kulturstiftung der Länder, das Land Brandenburg und die vielen Kleinsponsoren. Es sei insgesamt gelungen, dieses Werk auf diese Weise zu finanzieren. Nun werde versucht, in den nächsten Jahren die verbliebenen zwölf Szenen in fünf Bühnenbildern wiederherzustellen. „Es gibt wohl kaum einen würdigeren Anlass, als im Rahmen der Feierlichkeiten zum 750-jährigen Klosterjubiläum eine weitere Szene der Neuzeller Passionsdarstellungen einzuweihen”, sagte Harald Schmidt. Das erfülle ihn mit Freude. Schmidt verwies darauf, dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Oder-Spree neben anderen finanzielle Mittel für die Restaurierungsarbeiten zur Verfügung stellten. Den Restauratoren sei es nun zu verdanken, dass die Arbeit pünktlich abgeschlossen wurde. Seit ihrer Gründung im Jahr 1996 unterstützt die Sparkassenstiftung Kunst, Kultur und Denkmalpflege, wobei in den zurückliegenden 22 Jahren über 2.000 Projekte gefördert wurden, darunter 521 im Land Brandenburg.
Mechthild Noll-Minor überbrachte die Grüße von Landeskonservator Dr. Thomas Drachenberg und erläuterte sehr detailreich die Besonderheiten der Ausstattung des Bühnenbildes „Palast” als einziges Bild mit angedeuteten Darstellungen eines Innenraumes. Es weise eine etwas aufwändigere Architektur auf, inklusive der Andeutung einer Beleuchtung, bestehend aus vier originalen Glaskugeln, die ursprünglich mit Wasser gefüllt waren.
Auch Pfarrer Ansgar Florian dankte allen, die am Zustandekommen des Werkes beteiligt waren und würdigte die Arbeit des Restauratorenteams, das die vorgefundenen Puzzleteile in mühevoller Arbeit wieder zu einem Gesamtbild zusammenfügte. Er selbst sei dankbar dafür, zu erleben, mit welcher Begeisterung und mit wie viel Geduld die Restauratoren ihre Aufgabe lösten. Ansgar Florian weihte das Bild, zitierte aus dem Johannesbrief, rief zum Gebet auf und sprach den Segen, der das neue Passionsbild sowie jene, die diesem Bild begegnen, begleiten soll.