Ostbrandenburg (geh). Die Ergebnisse der Frühjahrskonjunkturumfrage der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg (HWK)?wurden vorgestellt.

„Frühjahrswerte, die noch nie erreicht wurden, liegen uns vor”, sagt Astrid Köbsch, Umfrageverantwortliche und Abteilungsleiterin Gewerbeförderung bei der Handwerkskammer während einer Pressekonferenz über die guten Zahlen.
Insgesamt stellte sich die Beschäftigungslage im personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe mit 91,3 Prozent und in den Nahrungsmittelbetrieben mit 85,7 Prozent am stabilsten dar.
Die Frühjahrsumfrage belege, neben den Werten der Geschäftslage, des Auftragsbestands und der Betriebsauslastung, dass knapp 78 Prozent der Befragten ihre Mitarbeiterzahlen nicht änderten.
Nur 6,1 Prozent konnten zusätzliche Einstellungen vornehmen. 16,2 Prozent verringerten ihre Mitarbeiterzahl sogar. Viele Wirtschaftsbranchen und auch der öffentliche Dienst würden angestrengt Personal suchen und ihre Personalentwicklungspolitik neu ausrichten. Uwe Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer: „Es mangelt schlichtweg an Fachkräften”. Dafür mache er teilweise auch die Schulpolitik der Landesregierung verantwortlich, bezeichnet sie als „verantwortungslos”.
Das Land müsse von den Schulen intensive Berufsberatungen einfordern. „Und meiner Meinung nach bräuchten die auch Eltern”, so der HWK-Hauptgeschäftsführer. Seiner Ansicht nach würden Mütter und Väter gar nicht genau wissen, in welchen Berufen heutzutage ausgebildet wird. Ginge es nach ihm, gäbe es für den Gang ans Gymnasium einen Numerus Clausus. Hoppe sagt dazu: „Es kann nunmal nicht jeder studieren und es muss nicht jeder aufs Gymnasium getrieben werden”.
Ausbildungsplätze im Handwerk stünden für Ostbrandenburger Jugendliche ausreichend zur Verfügung, bilanziert Michaela Schmidt, Abteilungsleiterin Berufsausbildung  Berufsausbildung bei der HWK. Bereits im ersten Quartal meldeten und 300 Handwerksbetriebe 518 freie Lehrstellen für das kommende Ausbildungsjahr. Viele Jugendliche seien laut Hoppe „nur bedingt auf dem Markt einzusetzen”.
Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) ist die Interessenvertretung von rund 11.800 Mitgliedsbetrieben.